NRW: Rewe-Kassiererin fassungslos – Kundin wünscht ihr „den Tod der eigenen Mutter“

Werne bei Dortmund: Während der Corona-Krise bekommen Kassiererinnen oft die Wut der angespannten Kunden zu spüren. (Symbolbild)
Werne bei Dortmund: Während der Corona-Krise bekommen Kassiererinnen oft die Wut der angespannten Kunden zu spüren. (Symbolbild)
Foto: imago images / Arvid Müller

Werne. Bei der aktuellen Anspannung aufgrund des Coronavirus kann es schon mal passieren, dass die Emotionen überkochen. Doch was eine Rewe-Kassiererin in Werne (NRW) bei Dortmund miterleben musste, übersteigt das Maß des Erträglichen deutlich.

Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet Heike Glas (55) aus Bergkamen als Kassiererin. Viele Menschen zeigen sich dankbar, dass Heike und ihre Kollegen sich in diesen Zeiten die Versorgung weiter am Laufen halten. Doch wie die „Ruhr Nachrichten“ berichten, lassen einige Kunden auch ihre Wut am Discounter-Personal aus.

NRW: Rewe-Kassiererin wird aufs Übelste beleidigt

„Man muss sich einiges von den Kunden anhören“, erzählt die 55-jährige Kassiererin. Beim Verkauf des aktuell mehr als beliebten Klopapiers überschritt eine Frau dann aber doch eine persönliche Grenze. Heike Glas hatte die Kundin lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass sie in der aktuellen Lage nur eine statt zwei Packungen Klopapier kaufen kann. Die heftige Reaktion: „Die Kundin hat sich den Tod meiner Mutter gewünscht.“

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Nach dieser krassen Beschimpfung habe Heike Glas mit den Tränen kämpfen müssen. In ihrer gesamten Berufslaufbahn hat sie so etwas noch nicht miterlebt. Vereinzelt geht es sogar über die verbalen Übergriffe hinaus, wie die 55-Jährige erzählt: „Eine Kollegin hat die Tage eine Packung Hefe an den Kopf geworfen bekommen.“

Heike Glas war bereits kurz davor, aufzugeben

Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen – wie zum Beispiel ein vorgeschriebener Mindestabstand oder Plexiglasscheiben auf Augenhöhe der Kassierer – beruhigen Heike Glas zwar etwas. Dennoch gibt sie zu, dass sie die Ausnahmesituation bereits an ihre Grenzen gebracht hat: „Ich habe mich manchmal schon gefragt, wie lange wir das noch durchhalten können.“

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Die 55-Jährige versucht, auch in der Corona-Krise stets freundlich zu bleiben: „Ich bin froh, wenn ich anderen helfen kann.“ Und es gibt ja auch genug Kunden, die das zu schätzen wissen und sich vereinzelt auch mit netten Worten beim Personal für ihren Einsatz bedanken. Gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ appelliert Heike Glas an Zusammenhalt und Vernunft: „Für uns alle ist das eine neue Situation. Wir müssen alle damit klarkommen und uns damit abfinden.“ (at)

 
 

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