Nordstadt Dortmund: Polizei räumt Haus in der Mallinckrodtstraße

Das von Bulgaren und Rumänen bewohnte Haus an der Mallinckrodtstraße 54 ist geräumt worden. Foto: Knut Vahlensieck
Das von Bulgaren und Rumänen bewohnte Haus an der Mallinckrodtstraße 54 ist geräumt worden. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Vermüllte Wohnungen und Flure, eingetretene Türen, aggressive, mit Drogen vollgepumpte Rumänen und Bulgaren. Mitten drin eine Mutter mit ihrer siebenjährigen, geistig zurückgebliebenen Tochter mit körperlichen Behinderungen. Mit einem Mädchen, das nicht in die Schule geht, sondern eher vor sich hin vegetiert. Das Haus an der Mallinckrodtstraße 54 ist nur eines von vielen Beispielen, was sich hinter manchen Nordstadt-Fassaden abspielt. OB Ullrich Sierau sagt den Zuständen den Kampf an.

Die Mitarbeiter des Jugendamtes schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, als sie Anfang Januar in Begleitung von Polizei in das fünfgeschossige Wohnhaus gingen. Einen 15-jährigen Jungen nahmen sie in Obhut, die 7-Jährige ließen sie „wegen des nicht einschätzbaren Gefährdungspotenzials“ durch Hausbewohner da.

Ihre Befürchtung, das Gebäude ansonsten nicht unversehrt verlassen zu können, war nicht an den Haaren herbeigezogen: Einer der Bewohner, der sich gerade die Spritze setzen wollte, ging auf die beiden Polizisten los und warf sie zu Boden. So aggressiv seien die Bewohner gewesen, dass noch vier Streifenwagen angefordert werden mussten. Sogar die Polizei soll darauf hingewiesen haben, das Jugendamt bei seinen Aktionen „in diesem Personenkreis“ künftig nur noch „unter Einsatz einer Hundertschaft“ zu unterstützen.“

Sierau will in der Nordstadt „aufräumen"

Es wird nicht der letzte Besuch des Jugendamtes (und anderer Behörden) gewesen sein. OB Sierau kündigte an, alle Register zu ziehen, den Zuständen in Teilen der Nordstadt den Garaus zu machen. Dazu gehöre, heruntergekommene Häuser mit heruntergekommenen Bewohnern räumen zu lassen, die Schwarzarbeiterszene mit Kontrollen zu zerschlagen und den Straßenstrich an der Ravensberger Straße „zu begrenzen“. Beispielsweise wird unter den Stadtspitzen doch wieder nachgedacht, den von Freiern aus Nachbarstädten besuchten Strich mit einer Schranke zu versehen. Auf der „Sicherheitskonferenz“ am Freitag will man sich mit der Polizei über Maßnahmen abstimmen.

Im selben Atemzug aber warnte Sierau davor, den Stab über die Nordstadt in Gänze zu brechen. Es gebe Bereiche, die völlig problemlos seien. Schon mit einfachen baulichen Mitteln sei es gelungen, die Trinker-Szene am Nordmarkt zu zerschlagen - „auch wenn das natürlich zu Verdrängungseffekten führt.“ Das Haus an der Mallinckrodtstraße ist seit Freitag geräumt: Der Eigentümer ist dem Ultimatum der Stadt nachgekommen.

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