Zerschlagung ist „saublöde Idee“

Marcel Weiss
Die Menschen machten schon im Spetmeber mobil bei der Kungebung gegen die Zerschlagung Stadtbezirke auf dem Huckarder Marktplatz an der Rahmer Straße. Foto: Michael Printz
Die Menschen machten schon im Spetmeber mobil bei der Kungebung gegen die Zerschlagung Stadtbezirke auf dem Huckarder Marktplatz an der Rahmer Straße. Foto: Michael Printz
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Huckarde. Bei der 44. Politischen Woche sprach die SPD Huckarde vor dem REWE-Markt in Kirchlinde den Bürgern Mut zu, sich weiter gegen die geplante Zerschlagung ihres Stadtbezirkes zu engagieren.

Huckarde. Für den Begriff „Politikverdrossenheit“ hat der Vorsitzende des SPD Stadtbezirks Huckarde, Manfred Stankewitz, zur Zeit nur ein müdes Lächeln übrig: „Was den politischen Parteien wegen der geplanten Stadtbezirksfusionierung für ein Wind entgegen bläst, ist schon beachtlich. Seit Ende August sind 7000 Unterschriften gegen die Empfehlung des Beirates zusammengekommen.“ Bei der 44. Politischen Woche sprach die SPD Huckarde vor dem REWE-Markt in Kirchlinde den Bürgern Mut zu, sich weiter zu engagieren.

Kaum steht der Stand, schon kommen die ersten Bürger und decken sich mit Buttons „JA zum Stadtbezirk Huckarde“ und Informationsmaterial ein, einige suchen das Gespräch. Die Vorwürfe sind mittlerweile bekannt: „Wenn ich einen Sparvorschlag mache, dann fange ich damit bei mir selbst an. Dass Sascha Mader wieder einmal den strukturschwachen Norden Dortmunds die Sparlast tragen lassen will, anstatt vor der eigenen Tür kehren, ist eine Frechheit“, sagt Walter Heinrich.

Das Ehepaar Christel und Bernd Fuest wird deutlicher: „Wir sind über 70. Allein der Weg von Kirchlinde nach Huckarde ist für uns schon beschwerlich. Wie sollen wir denn noch weitere Wege auf uns nehmen? Das ist einfach eine saublöde Idee!“

Auch SPD-Ratsmitglied Dirk Goosmann spricht klare Worte: „Die CDU-Führungsriege um Stefan Kanitz wollte zwei rote Stadtbezirke zerschlagen, um mehr ging es nicht, und wer nicht gekuscht hat, der bekam keine Listenplätze in Aussicht gestellt. Dass der politische Druck auf einmal von Seiten der Bürger kommt, verunsichert nun auch die kleineren Funktionsträger der CDU.“ Denn vergleicht man die Zahlen mit den letzten Wahlergebnissen, dann müssten von den 7000 Unterschriften rund 1800 von Nichtwählern oder Anhängern anderer Parteien als der SPD stammen, die vor zwei Jahren 5200 Stimmen in Huckarde bekam. „Man darf nicht vergessen: Die meisten Unterschriften wurden unaufgefordert von den hiesigen Siedlervereinen, den Schülerinnen und Schülern und anderen lokalen, gesellschaftlichen Gruppen gesammelt und eingereicht.“

Diese Intensität der politischen Teilhabe auf Grund einer Identifikation mit dem Stadtbezirk sieht der Bildungsbeauftragte Peter Strege gefährdet: „Wir sehen an Marten und Derne, wo 1975 die Verwaltungsstellen aufgelöst wurden, wie das gesellschaftliche und politische Leben zum Erliegen gekommen ist.“ Das gelte es in Huckarde zu verhindern. Dirk Goosmann ist guten Mutes: „Diesen Protest können die Parteien des Stadtrates nicht einfach ignorieren – täten sie es doch, wäre es ein fatales Signal an die Bürger.“