Wirbel um "XY" sorgt für neue Hinweise zu Vergewaltigung

Das ZDF sendet "Aktenzeichen XY" aus diesem Studio in Unterföhring (München).
Das ZDF sendet "Aktenzeichen XY" aus diesem Studio in Unterföhring (München).
Foto: Peter Bandermann
"Aktenzeichen XY" geriet in die Kritik, weil ein Beitrag über eine Vergewaltigung gestrichen werden sollte - wegen der Hautfarbe des Täters.

Huckarde. Wegen der dunklen Hautfarbe eines Tatverdächtigen wollte die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" einen Fahndungs-Beitrag über eine Vergewaltigung in Huckarde nicht senden. Medienberichte darüber lösten nicht nur Protest und eine Korrektur der Entscheidung aus. Anrufe erhielt auch die Polizei.

Seit dem ersten Bericht am Freitagmorgen (21.8.2015) erhielt die Polizei zahlreiche Hinweise auf den mit einem Fahndungsfoto gesuchten Mann. Eine Polizeisprecherin sagte am Dienstag (25.8.), dass nach einer ersten Auswertung dieser Hinweise "eine Handvoll sachdienlich" sei. Diesen Hinweisen gehe die Kriminalpolizei jetzt mit Hochdruck nach. Berichte über die "XY"-Entscheidung haben demnach eine neue Aufmerksamkeit auf den Fall erzeugt.

ZDF korrigierte die Entscheidung

Das ZDF wollte die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter ursprünglich nicht senden, da dieser eine dunkle Hautfarbe hat, und weil ein anderes Thema den Dortmunder Fall verdrängt haben soll. Diese Entscheidung wurde am vergangenen Freitag (21. 8.) korrigiert.

Hautfarbe und andere Persönlichkeitsmerkmale verdächtiger Personen spielten bei im ZDF gesendeten Fahndungsaufrufen der Polizei "grundsätzlich keine Rolle", betonte der Sender in einer Stellungnahme.

Tat neben den Gleisen

Die Vergewaltigung ereignete sich am 29. März 2014. Ein Mann mit dunkler Hautfarbe verfolgte von der S-Bahn-Haltestelle in Huckarde aus eine 21-jährige Frau. Er vergewaltigte die junge Frau auf einem Fußweg neben den Gleisen und raubte das Opfer aus. Die Polizei sucht einen 30 bis 40 Jahre alten und 1,75 Meter großen Mann. Das Opfer beschrieb ihn als "gepflegt". Er soll akzentfrei Deutsch gesprochen haben.

Sendetermin am 2. September um 20.15 Uhr

Mit den neuen Hinweisen auf den mutmaßlichen Täter und dem Beitrag in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" am 2. September (20.15 Uhr) steigt der Fahndungsdruck auf den gesuchten Mann weiter. "XY" strahlt sein Bild bundesweit aus. Rund fünf Millionen Menschen werden das Foto sehen, denn die erstmals 1967 ausgestrahlte Sendung erzielt stets sehr hohe Einschaltquoten. Drei Varianten sind nach der Ausstrahlung möglich:

  • Der Täter bleibt weiter unerkannt.
  • Zuschauer-Hinweise führen die Polizei auf seine Spur.
  • Der Tatverdächtige stellt sich selbst.

Sollte die Polizei ihn wegen der jüngst eingegangenen Hinweise vor der Ausstrahlung festnehmen können, würde "Aktenzeichen XY" den Dortmunder Fall durch einen anderen Beitrag ersetzen.

  • Hinweise auf den gesuchten Mann an den Kriminaldauerdienst in Dortmund, Tel. 0231 / 1 32 74 41.
 
 

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