Unwetter flutet Dortmunder Süden - Haus droht einzustürzen

Vollalarm für die Dortmunder Feuerwehr: Der Gewittersturm hat Straßen, Unterführungen und Keller in Regenfluten versinken lassen. Besonders hart traf es eine Straße in Marten. Dort liefen die Häuser teilweise in Minutenschnelle voll Wasser.

Ein gewaltiger Starkregen hat am Wochenende großen Schaden in Dortmund angerichtet. Besonders betroffen war der Dortmunder Süden. Hier standen innerhalb weniger Minuten Keller unter Wasser. Die Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. In Marten drohte ein Haus einzustürzen. Fachleute stellten fest: "Das Gebäude hat sich fast komplett nach hinten gesenkt."

Marten. Gegen 23.30 Uhr mussten die Bewohner in der Diedrichstraße in der Nacht zu Sonntag ihre Häuser verlassen. Die meisten flüchteten zu Nachbarn, Freunden oder Verwandten. Ein betroffener Anwohner sagte, dass sein Haus innerhalb von kürzester Zeit voll Wasser lief. Teilweise durften die Anwohner erst am Sonntag Morgen wieder zurück in ihre Häuser. Sie ärgern sich dabei nicht nur über zu wenig Informationen von den zuständigen Stellen, sondern auch über Schaulustige, die die Straßensperrung umfahren, um in die Diedrichstraße zu gelangen.

Himmel verdunkelte sich

Der Himmel über Dortmund verdunkelte sich am Samstagabend ab 20 Uhr, so wie auch schon Donnerstag und Freitag kündigte sich ein Gewitter an - doch nun sollten die Folgen heftig werden. Ab etwa 21.30 Uhr entlud sich das kurze und doch sehr starke Gewitter über der Stadt, besonders schwer traf es den Dortmunder Südwesten.
Im Stadtteil Marten wählten Dutzende Menschen den Notruf, da die Keller ihrer Häuser vollliefen, Unterführungen standen unter Wasser, zwei Autofahren waren in Wagen von den Regenfluten überrascht worden und kamen nicht mehr von der Stelle.

Die Freiwillige Feuerwehr rückte mit insgesamt 300 Einsatzkräften aus, das Technische Hilfswerk schickte weitere 37. Dramatisch sah die Lage rund um die Kreuzung Martener Straße / Diedrichstraße aus: Ein Regenrückhaltebecken lief voll, ein Nebenkanal der Emscher trat über die Ufer, ganze Straßenzüge wurden überflutet. Die Feuerwehr evakuierte aus Sicherheitsgründen einige Häuser und schaltete den Strom ab.

Mehr als 160 Einsätze

45 Feuerwehrleute waren die ganze Nacht über im Einsatz und versuchten, die zahlreichen vollgelaufenen Keller mit mehr als zehn Tauchpumpen gleichzeitig vom Schmutzwasser zu befreien. Erst am Sonntagmorgen konnte die Feuerwehr den Einsatz an der Diedrichstraße beenden. Insgesamt hatte das schwere Unwetter 164 Einsätze ausgelöst.

 
 

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