Stadt will Rahmer Wald zum Naturschutzgebiet machen

Der Rahmer Wald soll vom Landschaftsschutz- zum Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Das kündigte Planungsdezernent Ludger Wilde überraschend in der Novembersitzung der Bezirksvertretung (BV) Huckarde an. Doch nicht alle Fraktionen sind darüber erfreut.

Huckarde. Die SPD in Huckarde hatte im Juni eine Anfrage zur "Aufwertung des Rahmer Waldes" gestellt. Sie will einen Unterstand mit Sitzmöglichkeit in dem Naherholungsgebiet errichten. Doch in seiner Antwort an die BV teilte Planungsdezernent Ludger Wilde mit: "Vor dem Hintergrund der geplanten Ausweisung des Rahmer Waldes als Naturschutzgebiet erscheint die Errichtung eines neuen Unterstandes nicht zielführend."

Das überraschte viele Mitglieder der BV. Dass der Wald vom Landschaftsschutz- zum Naturschutzgebiet umgewandelt werden soll, war für sie eine Neuigkeit - mit der viele nicht einverstanden sind. Joachim Wybierek von der SPD bezeichnet sich selbst als naturliebenden Menschen. Er befürchtet, dass die Erholungsqualität für den Menschen durch die Änderung leiden könnte.

Naturschutz auf Pflanzen und Tiere ausgerichtet

"Beim Landschaftsschutz sind Auflagen und Nutzungseinschränkungen geringer", sagt Joachim Wybierek. "Hier soll zuerst unter anderem das Landschaftsbild für Erholung erhalten bleiben." Dagegen sei der Naturschutz vorrangig auf Pflanzen und Tiere ausgerichtet. "Der Mensch an sich kommt erst danach." In Naturschutzgebieten müssen Hunde angeleint bleiben, Menschen dürfen die Wege nicht verlassen, offenes Feuer oder Campen ist nicht erlaubt.

Eine weitere Passage aus der Antwort von Ludger Wilde ärgert Joachim Wybierek. Das Stadtplanungsamt verfolge das Ziel "…den Standard der Waldwege im Dortmunder Stadtwald und den Umfang der Erholungsausstattung zu verringern". Für den SPD-Mann ein deutliches Zeichen, dass die Kürzungen der Stadt auch vor dem Rahmer Wald nicht haltmachen. "Es sollen Kosten eingespart werden", sagt Joachim Wybierek.

Fraktion der Grünen stimmt für Naturschutzgebiet

Es geht um die Kosten für Instandsetzungen der Wege, für Reparaturen der Ruhebänke, für "möglichen" Vandalismus und für die Beseitigung von Abfall. Aus diesem Grund sei auch der Unterstand vom Planungsamt abgelehnt worden. Die SPD-Fraktion sowie eine große Mehrheit der Bezirksmitglieder hätten sich gegen eine Ausweisung des Rahmer Waldes als Naturschutzgebiet ausgesprochen, sagt Wybierek. Lediglich die Grünen hätten anders entschieden.

Wie wohl die Anwohner und Nutzer des Waldes dazu stehen? Der SPD-Politiker wirbt dafür, dass Bürger die Einwohnerfragestunde zu Beginn jeder Sitzung nutzen, um ihr Anliegen der BV vorzutragen. "Die Anliegen der Bürger werden sehr ernst genommen und werden von der Verwaltung schriftlich beantwortet." Die zuständigen Planer sollen den Bezirksvertretern jetzt die Auswirkungen erklären.

Bislang ist nur ein Teil des Rahmer Waldes als Naturschutzgebiet ausgewiesen: Etwa 38 Hektar umfasst das Gebiet Mastbruch, dem auch ein See gehört. Die restlichen knapp 200 Hektar des Naherholungsgebietes sind nur Landschaftsschutzgebiet.

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