SC Osmanlispor muss weiter auf Asche kicken

Schlechte Nachrichten für den SC Osmanlispor: Trotz Unterstützung aus der lokalen Politik bekommt der Netter Fußballverein auch 2017 keinen Kunstrasen. So müssen der SCO und der FC Nette, die sich den Platz an der Dörwerstraße teilen, weiterhin auf Asche kicken. Auch ein Alternativvorschlag sei keine Lösung.

Nette. Für den 2. Vorsitzenden des türkischen Klubs, Mehmet Ertürk, ein echtes Drama: "Um den Verein langfristig zu erhalten, brauchen wir unbedingt einen Kunstrasenplatz", ist er überzeugt. Als Begründung für die Absage nennt die Stadt, "dass in beiden Vereinen keine Jugendarbeit stattfindet." Aus sportfachlicher Sicht werde daher eine Förderung im Rahmen des Kunstrasenprogramms abgelehnt.

Um eine fundierte Nachwuchsarbeit leisten zu können, sei aber ein Kunstrasen unbedingt nötig, beschreibt Ertürk das Dilemma für den SCO. Denn nicht nur Seniorenspieler seien heutzutage kaum noch für einen Klub zu gewinnen, wenn die Trainings- uns Spielbetrieb auf ungeliebter Asche stattfinden müsse, sondern auch für den Nachwuchs sei das ein relevantes Auswahlkriterium.

Nachbarverein ohne Nachwuchssorgen

Als Beleg dafür kann auch der Nachbarverein SF Nette herhalten. Der hat überhaupt keine Nachwuchssorgen, sondern verfügt dank seines Kunstrasens auf der Sportanlage am Hallenbad aktuell über 14 Jugendmannschaften - und arbeitet am Limit. "Wir haben täglich Trainingsbetrieb von 16.30 bis 21.30 Uhr, sind also restlos ausgebucht", betont Norbert Heß auf die Frage, ob der Vorschlag der Verwaltung, dass der SC Osmanlispor doch den Sportfreundeplatz mitnutzen könne, für ihn denkbar sei.

Dazu käme das Lärmproblem. Denn jahrelang lagen die Sportfreunde mit einem Anwohner im Clinch. Vor zwei Jahren habe man dann endlich eine Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten leben könnten, so der Geschäftsführer der Sportfreunde. "Alle 14 Tage haben wir sonntags einen kompletten Spielbetrieb mit vier Mannschaften, in der Woche darauf bleibt die Anlage dafür geschlossen."

Diese Absprache mit Verwaltung, Anwohnern und Fußballkreis würde nicht mehr funktionieren, wenn weitere Mannschaften dort spielen müssten, ist Heß sicher. Auch Mehmet Ertürk sieht da Probleme, könnte sich einen Umzug aber gegebenenfalls vorstellen.

Mendesportplatz sei keine Lösung

Für den Alternativvorschlag der Stadtverwaltung hat er aber nur ein Kopfschütteln übrig. Denn der sieht vor, dass der SC demnächst einen geplanten Kunstrasen auf dem Mendesportplatz (Fredenbaumpark) mitnutzen solle. Wie das logistisch zu leisten sei, könne er sich nicht vorstellen. "Grundsätzlich wollen wir aber sowieso einen eigenen Platz haben", sagt er.

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