Runder Tisch gegen Nazis in Lüdo

Norbert Jacobs
Alle Mitglieder der Lütgendortmunder Bezirksvertretung sind sich einig: Gegen den zunehmenden Rechtsradikalismus im Stadtbezirk muss gehandelt werde. Start ist mi einem Runden Tisch.

Lütgendortmund. Wenn es um rechtsradikale Aktivitäten im Stadtbezirk geht, ziehen die Fraktionen in der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund an einem Strang. Dies war am Dienstag auf der September-Sitzung nicht anders. Die Parlamentarier haben in jüngster Zeit beobachtet, dass rechtsradikale Aktionen in Lütgendortmund immer mehr in den Fokus rückten. Die Gefahr, so der einvernehmliche Tenor der Politiker, bestehe insbesondere für das „Dorf Lütgendortmund“ und den Stadtteil Marten. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp ist aufgefordert, einen Runden Tisch einzuberufen, an dem alle gesellschaftlich relevanten Gruppen sowie interessierte Bürger teilnehmen können.

Kinder sind Zielgruppe

Neu sei, dass die Aktivisten der sogenannten „Autonomen Nationalisten“ den Kommunalwahlkampf unterstützen, so geschehen in Marten. Auch den jüngsten Umzug der Asylbewerberunterkunft ins Grevendicks Feld hätten die Unbelehrbaren genutzt, um sich zu präsentieren und parallel dazu, Menschen anzugreifen und auszugrenzen. Dabei handele es sich um eine Gruppe, die parteilich nicht organisiert sei, dennoch eine straffe Führung habe. Zielgruppen seien in erster Linie Kinder und Jugendliche. Regelmäßig würden Aktionen an Schulhöfen durchgeführt. Auch Musikgruppen mit rechtsradikalen Texten seien ein fester Bestandteil der Szene. Es würden vielfältige Freizeitangebote für Jugendliche initiiert. Diese seien zunächst unverfänglich und verschleierten die wahre Gesinnung. Aus diesem verschworenen Kreis später auszubrechen, sei ausgesprochen schwierig. Die Fraktionen wollen mit einem Runden Tisch nun präventiv dagegensteuern. „Dazu brauchen wir alle Protagonisten, also Schule, Vereine, Handel, Kirchen und Parteien, eben alle gesellschaftlich relevanten Kräfte,“ forderte SPD-Fraktionschef Andreas Lieven. CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schröder warnte vor einer „Dorstfelder Situation, „wo Familien angefeindet werden und später sogar aus ihrem Stadtteil wegziehen“. Die Präsenz der Autonomen Nationalisten dort beeinträchtige das Leben erheblich. Aus diesen Vorfällen müsse Lütgendortmund lernen. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp brachte es auf den Punkt: „Wir wollen in unserem Stadtbezirk als Demokraten handeln“.