Neuer Verwalter mit alten Sorgen

In manchen Häusern ist Westerfilde liegt der Wohnungsleerstand bei mehr als 50 Prozent.
In manchen Häusern ist Westerfilde liegt der Wohnungsleerstand bei mehr als 50 Prozent.
Foto: Linz/PiLi

Westerfilde. Die Immobilienfirma Krulich betreut jetzt die Griffin-Wohnungen in Westerfilde. Doch trotz des neuen Verwalters bleibt der örtliche Mieterbeirat skeptisch.

Glaubt man dem Volksmund, sind aller guten Dinge drei. Monika Hohmann glaubt ihm nicht: „Wir bekommen jetzt den dritten Verwalter in nur viereinhalb Jahren. Was soll daran gut sein?“

Viel Vertrauen ist zerstört worden in den vergangenen Jahren, in denen die Mieter rund um den Kiepeweg auf die Sanierung ihrer Wohnungen pochen. Die Liste der Beschwerden ist ellenlang: Schimmel im Schlafzimmer, Undichte Fenster, Risse in den Wänden, fehlende Außendämmung. Am dänischen Eigentümer Griffin perlten die Forderungen stets ab.

Dafür wechselte dieser den Verwalter vor Ort. Auf die glücklose Treureal folgt nun Krulich Immobilien aus Zwickau. Deren Chef Roman Krulich habe sich mit der Verwaltung „selbst beauftragt“, vermutet Monika Hohmann, die Vorsitzende des Mieterbeirats. Krulich leitet nämlich auch die Geschäfte der Berliner Immobilienfirma Arsago, die Griffins deutsche Immobilien federführend vertritt.

Die Nerven liegen blank

Doch wird sich für die Mieter etwas ändern? Monika Hohmann hat die Verwaltungsfirmen kommen und gehen sehen und bleibt skeptisch: „Wenn kein Geld da ist, um zu Sanieren und Reparieren, dann sind dem Verwalter die Hände gebunden.“

Seit Anfang des Jahres verwaltet Krulich nun den Griffin-Bestand. In der Westerfilder Straße gibt es sogar ein Büro mit sechs Mitarbeitern. Auf Anfrage der Stadtteil-Zeitung gibt man sich zugeknöpft: Eine Übergabe mit dem Vorgänger Treureal habe nur „teilweise“ stattgefunden, man sei erst dabei, eine Prioritätenliste zu erarbeiten: „Es liegt aber eine ganze Menge an. Das ist nicht in einer Woche zu erledigen“, sagt eine Mitarbeiterin.

Gegenüber Monika Hohmann war Krulich offenbar deutlich forscher: „Man sagte mir: In einem halben Jahr erkennen sie Westerfilde nicht mehr wieder. Dann haben wir alles vermietet.“

Große Worte angesichts von Leerständen mit teils über 50 Prozent. Doch in Westerfilde befürchten viele, dass Griffin mittlerweile jeder Mieter recht ist. „Hier wird schon lange nicht mehr geschaut, ob neue Mieter hier reinpassen“, sagt Hohmann: „Hier kann jeder einziehen, der einen Wohnberechtigungsschein hat.“

Das führte schon öfter zu Problemen zwischen Alteingesessen und Zugezogenen: Hohmann, die sich stets für die Belange der Anwohner einsetzt, fühlt sich selbst von Nachbarn bedroht, sei sogar im Streit fast die Treppe heruntergestoßen worden.

In Westerfilde liegen die Nerven blank. Eine schwierige Aufgabe für den neuen Verwalter, der am Donnerstag (13.) erstmals einer Sitzung des Mieterbeirats beiwohnt. „Ich wünsche mir, dass Krulich die Probleme der Mieter ernst nimmt und unsere Anliegen vertritt“, formuliert Monika Hohmann erste Erwartungen.

Woran die Vorgänger scheiterten, daran wird auch der neue Verwalter gemessen.

 
 

EURE FAVORITEN