Nette-Oestrich nicht meisterlich

Der S-Bahnhof ist laut VCD in  keinem guten Zustand. Foto: Jochen Linz
Der S-Bahnhof ist laut VCD in keinem guten Zustand. Foto: Jochen Linz
Foto: Linz/PiLi

Nette. Die Bahnhofstester - hört sich an wie eine neue Fernsehsendung eines Privatsenders. Ist es aber nicht, sondern der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Dortmund-Unna (VCD) prüfte ganz unreißerisch und ohne Fernsehkameras insgesamt 44 Bahnhöfe in der Stadt des Deutschen Fußballmeisters.

Doch einige Bahnhöfe präsentieren sich gar nicht so meisterlich. Doch zuerst die gute Nachricht: der Bahnhof Nette-Oestrich gehört nicht zu den schlechtesten Bahnhöfen. Die schlechte Nachricht: der Bahnhof ist in keinem guten Zustand und ein schlechtes Beispiel für einen S-Bahn-Haltepunkt. Und jetzt wieder eine gute Nachricht: die Mängel jedoch, so die Mitglieder des VCD, können schon mit nur wenig Geld behoben werden.

CDU fordert
Videoüberwachung

Bei einer Begehung des Testobjekts zusammen mit Mitgliedern der Bezirksvertretung wurden noch mal alle Mängel zusammengetragen. Zwischendurch hielt die S2 nach Recklinghausen, aus der gegen 16 Uhr viele Jugendliche ausstiegen. Sie scheinen sich nicht an die Mängel zu stören. An den beschmierten Graffiti-Scheiben der Überdachung, an den fehlenden Beschilderungen und so weiter. Doch es liegt einiges mehr im Argen. Das verdeutlichten noch mal die Tester Christian Lamker und Manfred Krüger-Sandkamp. Die Liste ist lang: wenig bis gar keine Informationen für Reisende und ein schlechter Pflegezustand wie ein extrem verdreckter Ticket-Automat. „An keinem Zugang finden sich Informationen zum Fahrplan oder zu den Fahrpreisen und die aktuelle Uhrzeit ist auch von vielen Punkten aus nicht sichtbar“, erläuterte Christian Lamker. Auch gebe es überhaupt keine Hinweise zur Bushaltestelle.

Und das Thema Barrierefreiheit ist eher ein Fremdwort. „Der Hauptzugang besteht nur aus einer Treppe“. Zwar sei der südliche Zugang über eine Rampe erreichbar, jedoch nur über einen Umweg von gut 500 Metern.

Was bei allen Teilnehmern Fragenzeichen hinterlässt: Was passiert mit den 90 000 Euro, die die Kommune im Jahr von der Deutschen Bahn dafür bekommt, dass dort Züge halten dürfen? Dem Bahnhof jedenfalls, so waren sich alle einig, käme dieses Geld nicht zugute.

Auf die Palme bringen Mengedes Vize-Bezirksbürgermeister Gerhard Kuck die Punkte „Untätigkeit der Bahn“ und „Vandalismus“ sowie „Sicherheit“. „Als ersten Schritt werden wir einen Antrag auf eine Beantwortung der Frage seitens der Bahn stellen, in welchem Rhythmus die Mängel behoben werden“, so Kuck. Und in punkto Sicherheit: das Bahnhofsmanagement habe in der Vergangenheit erklärt, dass man die Übeltäter zwar kennen würde, ihrer aber nicht habhaft werden könne. „Deshalb werde man als zweiten Schritt den Punkt Videoüberwachung beantragen“, erklärte der Vize-Bezirksbürgermeister.

 
 

EURE FAVORITEN