Neonazis legen Konzert und Demo auf Jahrestag von Punker-Mord

An der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße erinnerten Freunde an den 2005 von Sven K. getöteten Punker Thomas Schulz. Zum zehnten Jahrestag des Mordes wollen die Dortmunder Neonazis in Dorstfeld ein Rock-Konzert feiern.
An der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße erinnerten Freunde an den 2005 von Sven K. getöteten Punker Thomas Schulz. Zum zehnten Jahrestag des Mordes wollen die Dortmunder Neonazis in Dorstfeld ein Rock-Konzert feiern.
Foto: Archivfoto: Florian Foltynowicz
Die Partei "Die Rechte" will am 28. März 2015 ein Konzert für 200 Teilnehmer organisieren - an dem Tag, an dem sich der Mord eines Dortmunder Punkers durch einen Neonazi zum zehnten Mal jährt. Die Polizei will das verhindern. Nun haben die Rechten auch noch eine Demo angemeldet.

Dortmund. Die rechtsradikale Partei "Die Rechte" will am 28. März 2015 auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz ein Protest-Konzert veranstalten. Der Bundesvorsitzende der Partei, Christian Worch, hat die Kundgebung unter dem Titel "Rock für Dortmund - Laut gegen Sozialabbau, Masseneinwanderung und Perspektivlosigkeit" bei der Polizei angemeldet. Sie soll am 28. März 2015 von 12 bis 22 Uhr auf dem Wilhelmplatz im Dorstfelder Zentrum stattfinden.

Das Datum ist brisant: Auf den Tag genau zehn Jahre zuvor hat der Neonazi Sven K.den Punker Thomas Schulz an der U-Bahnhaltestelle Kampstraße erstochen. Dafür war K. zwar zu sieben Jahren Haftstrafe verurteilt worden.Im September 2010 wurde er jedoch auf Bewährung vorzeitig entlassen. Sven K. zeigte sich jedoch alles andere als geläutert. Unter anderem schlug er 2011 zwei Jugendliche mit ausländischen Wurzeln auf dem Weihnachtsmarkt zusammen, auch war er beim Neonazi-Angriff auf die linke Kneipe "Hirsch-Q" dabei.

Polizei-Chef: Alle Möglichkeiten gegen die Demo werden genutzt

Zu den Jahrestagen des Punker-Mordes hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Gedenkveranstaltungen aus der linken Szene für Schulz gegeben. Nun versuchen erstmals auch die Neonazis, das Datum zu besetzen - eine Provokation.

"Die Dortmunder Polizei wird diese Anmeldung unter strengsten Maßstäben prüfen", lässt die Dortmunder Polizei über eine Pressemitteilung verbreiten. "Dabei werden Erfahrungen mit den Rechtsextremisten aus vergangenen Veranstaltungen nicht unberücksichtigt bleiben." Dortmunds Polizei-Chef Gregor Lange kündigt Widerstand gegen die Vera nstaltung an: "Wir werden mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, dass gewaltbereite, rechtsextremistische Verfassungsfeinde die Bürger in Dortmund gefährden und unseren demokratischen Rechtsstaat angreifen können. Dabei werden wir alle rechtlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, nutzen."

Am Montag hat laut Polizei ein Mitglied des Dortmunder Kreisverbandes der Partei "Die Rechte" von 12 bis 20 Uhr eine Demo mit rund 300 Teilnehmern angemeldet. Der Protestzug soll von der Landesgeschäftsstelle der rechten Splitter-Partei in Huckarde ins Dorstfelder Zentrum führen. An der Ecke Thusneldastraße/Emscherstraße soll es eine zweistündige Abschlusskundgebung geben.

Wie beim parallel geplanten Rechtsrock-Konzert auf dem Wilhelmplatz will die Polizei "unter strengsten Maßstäben" prüfen, ob die Kundgebung stattfinden darf.

 
 

EURE FAVORITEN