Mutter (22) ließ neugeborenes Baby im Keller verhungern

Der grausige Fund einer Babyleiche in einem Keller in Kirchlinde erschütterte im Oktober 2014 die Stadt. Zu Beginn des Totschlagprozesses gegen die 22-jährige Mutter flossen am Donnerstag im Schwurgericht viele Tränen. Allerdings keine bei der Angeklagten.

Kirchlinde. Angesichts der schrecklichen Schilderungen in der Anklageschrift und im Obduktions-Gutachten zeigten sich mehrere Prozessbeobachter zutiefst erschüttert. Und auch die offensichtliche Gefühlskälte der 22-Jährigen tat ihr übriges dazu bei. "Ja, es war so, wie es vorgelesen wurde", sagte die Angeklagte den Richtern. Was die dann schilderte, ging wirklich unter die Haut.

Angeklagte hat bereit drei Kinder

Sie habe das Kind nicht gewollt, so die Angeklagte. Drei Jungen hatte sie bereits. Ein viertes Kind sei einfach zu viel gewesen. "Ich war mit dem Gedanken überfordert", sagte sie. Deshalb habe sie lange Zeit niemandem erzählt, dass sie erneut schwanger war.

Tatsache ist jedoch: Ihr Partner, der leibliche Vater des Kindes, war zuletzt eingeweiht. Und mit ihm pflegte die 22-Jährige dann sogar in den Momenten der heimlichen Geburt einen regen Kurznachrichten-Kontakt per Handy. "Hol einen Arzt", flehte der junge Mann. Antwort: "Ein Arzt, niemals." Die erneute Bitte: "Ruf endlich einen Scheiß-Arzt." Reaktion: "Neiiin!" Später schrieb der junge Mann: "Du hast über meinen Kopf entschieden. Nichts wird mehr sein, wie es war."

Neugeborenes in Tüte gestopft

Zu diesem Zeitpunkt war dem Kindsvater offensichtlich klar, dass die werdende Mutter einen teuflischen Plan hatte und umsetzen wollte. Und tatsächlich: In einem dreckigen, stinkenden Keller brachte sie das Mädchen zur Welt, wickelte es in ein Handtuch, stopfte den Körper in eine Tüte und ging einfach weg. "Es hat geatmet", sagte die Angeklagte auf Nachfrage der Richter. "Ich habe dabei nichts empfunden. Ich hatte nicht mal Angst, dass man das Kind hören würde."

Gefunden wurde die Babyleiche erst eine Woche später. Rechtsmediziner kamen zu dem eindeutigen Befund, dass das Mädchen nach der Geburt mindestens eine halbe Stunde, sehr wahrscheinlich aber noch viel länger gelebt hat. Schließlich ist es verhungert, verdurstet oder erfroren.

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