Martener Kico-Kindergarten ist gerettet

Als der Kindergartenverein Kico seine Räume verlor, stand es schlecht um die Einrichtung. Fünf Mitarbeiterinnen drohte die Arbeitslosigkeit - und dem von einer Elterninitiative gegründeten Verein das endgültige Aus. Doch Vanessa Korkmaz vom Vorstand und ihre Mitstreiter gaben nicht auf.

Marten.. Es war niederschmetternd. Erst tauchten einzelne Schimmelflecken auf. Als die alarmierten Eltern Holzverkleidungen entfernten und Schränke abrückten, kam das ganze Ausmaß des Schimmelbefalls im Kindergarten zum Vorschein.

Sofort wurde das Gebäude an der Martener Straße geräumt. Das war Anfang März. "An eine Rückkehr war damals nicht zu denken", erinnert sich Vanessa Korkmaz. Schlimmer noch: Viel Inventar musste entsorgt werden. Schränke, Matratzen, Teppiche, Vorhänge und auch die Büroeinrichtung waren nicht zu retten.

"Heilige Familie" half

Aber es gab auch eine gute Nachricht. Der katholische Kindergarten Heilige Familie Marten erklärte sich bereit, sämtliche 17 Kico-Kinder und ihre Erzieherinnen vorübergehend bei sich aufzunehmen.

Der Vorstand machte sich dann unverzüglich auf die Suche nach neuen Räumen. "Es war deprimierend", erinnert sich Vanessa Korkmaz. Zwar gab es acht Angebote, aber keine Immobilie war geeignet.

Unabhängiger gutachter gibt grünes Licht

Dann meldete sich der Besitzer der alten Räume. Er hatte das Gebäude, das zum Komplex der ehemaligen Zeche-Germania gehört, bis zum Fundament freigelegt und neu isoliert. "Innen wurden alle Wände bis auf das Mauerwerk freigelegt und anschließend renoviert. "Ein unabhängiger Gutachter hat dann die Raumluft auf Schimmelsporen untersucht", berichtet Korkmaz. Ergebnis: Die Räume können wieder ohne Risiko genutzt werden.

Bis in die Nacht gearbeitet

Doch bis die Kinder und ihre Betreuerinnen am Montag wieder "nach Hause" konnten, gab es noch viel zu tun. "Wir haben zeitweilig bis in die Nacht gearbeitet", berichtet Korkmaz. Kindergärtnerin Hanan Schulte lobt den Einsatz der Helfer. "Da war ein großes Engagement zu spüren."

Selbst Hand anzulegen war allerdings auch notwendig, denn die finanziellen Möglichkeiten des Vereins waren wegen der vielen nötigen Neuanschaffungen aufgebraucht. Badezimmer, Spielgeräte Teppiche Regale und Büromöbel mussten gekauft werden. Jetzt ist die Kasse der Kita leer. Trotzdem sind Vorstand und Eltern glücklich. "Wenn ich in die Augen der Kinder schaue, entschädigt mich das für alle Strapazen", sagt Vanessa Korkmaz.

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