Luxus-Wohnen in Dorstfeld

Eine Ecke mit Schmuddel-Immobilien verloren, dafür sechs Vorzeige-Wohnhäuser gewonnen. So lautet die Rechnung für den Ortsteil Dorstfeld an der Mariannenstraße.

Dorstfeld. 1959 gebaut, 1980 modernisiert, dann ist nie wieder etwas passiert, viele Wohnungen standen leer. Das ist die traurige Bilanz der sechs Häuser, die zwar attraktiv am Naturschutzgebiet Hallerey liegen, aber auch störend nah an einer Bahntrasse. Doch die Grundstücksgesellschaft J. E. Schmitt sah aufgrund der Wohnungszuschnitte Potenzial in den Häusern und kaufte sie im Jahr 2013. Die umfangreichen Modernisierungsarbeiten laufen, das erste Gebäude steht vor der Fertigstellung.

Jetzt stellte das Unternehmen das Projekt der Öffentlichkeit vor. Denn weil diese Modernisierung in den Augen der Stadt Dortmund in die "Nordwärtsprojektlandschaft" zur Steigerung der Attraktivität des Quartiers beiträgt, so eine Pressemeldung, wurde die Fünf-Millionen-Investition mit 640.000 Euro aus öffentlichen Mitteln gefördert. Den Fördermitteln verdanken die bestehenden und zukünftigen Mieter barrierefrei gestaltete Wohnungen und Schutz vor Einbrechern.

Die Bestandsmieter sind alle geblieben, darin sieht die Firma J. E. Schmitt ein großes Lob für ihr Konzept. Und das beinhaltet zum Teil radikale Umbauten. Die von außen auffälligste Neuerung sind die Dächer.

Wohnfläche wurde erhöht

Die alten Satteldächer wichen Mansarden-Dächern. Dadurch wurde das Dachgeschoss zu einem neuen Vollgeschoss und unter dem Dach konnte man sogar eine neue Wohnebene einbauen. So erhöhte sich die Wohnfläche von rund 3000 Quadratmetern auf 4500 Quadratmeter, ohne auch nur einen Zentimeter Fläche neu zu bebauen. Die Zahl der Wohnungen stieg von 49 auf 66. Der Fachbegriff dafür lautet Nachverdichtung.

Und unter den neuen Dächern hat Architektin Maryam Baghery die eigentlichen Höhepunkte der Modernisierung versteckt: pro Wohnhaus jeweils drei Maisonette-Wohnungen, also Wohnungen über zwei Etagen. Diese Wohnungen gibt es in zwei Zuschnitten mit 60 und 100 Quadratmetern Wohnfläche. Auch in den Etagen darunter gibt es jeweils drei Wohnungen, zwei mit 72 Quadratmetern und eine 35 Quadratmetern. Die kleinen Zwei-Zimmer-Wohnungen hofft Geschäftsführer Christian Schmitt, Studenten der nahen Uni Dortmund schmackhaft machen zu können.

Mit Modernisierungen gehen immer auch Mieterhöhungen einher. Für die Mieter dieser Wohnung stellt sich aber folgende Situation dar: Die Heizkosten sinken durchschnittlich von 250 auf 30 Euro pro Monat. Dadurch bleibt die Gesamt-Miete stabil auf altem Niveau. "Einzelne Mieter zahlen sogar weniger", sagt Schmitt.

"Urbanes Wohnen im Grünen"

Möglich wird diese Einsparung durch die Umstellung von stromfressenden Nachtspeicherheizungen auf eine Holzpellet-Heizung für vier der Gebäude und zwei Heizungen mit Gasbrennwerttechnik. Weitere Ausstattungs-Höhepunkte der Wohnungen ergeben sich aus der Nähe zur Bahntrasse. Die Wohnungen sind schalldämmend doppelt verglast. Die Fenster auch in den barrierefreien Badezimmern verfügen über Fensterfalzlüfter, das heißt, man kann lüften, ohne das Fenster zu öffnen. Vermarktet werden die neuen Wohnungen als "Urbanes Wohnen im Grünen". Das ist nicht gelogen, aber die nahe Bahnlinie und die Straßenbahn auf der Heyden-Rynsch-Straße werden geräusch-empfindliche Menschen abschrecken.

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