Huckarde plant Runden Tisch gegen Rechts

Noch sind die Rollläden runter: Die Rechte hat das Ladenlokal Huckarder Straße 336 gekauft.
Noch sind die Rollläden runter: Die Rechte hat das Ladenlokal Huckarder Straße 336 gekauft.
Foto: Susanne Meyer
Aus den in Dorstfeld gemachten Erfahrungen lernen – so lautet die Empfehlung der Dortmunder Stadtspitze für den Umgang mit der von den Neonazis der Rechtspartei angekündigten neuen Anlaufstelle im Huckarder Ortskern. Im Hintergrund laufen nach WR-Informationen bereits Gespräche über einen Runden Tisch.

Dortmund. Aus den in Dorstfeld gemachten Erfahrungen lernen – so lautet die Empfehlung der Dortmunder Stadtspitze für den Umgang mit der von den Neonazis der Rechtspartei angekündigten neuen Anlaufstelle im Huckarder Ortskern. Im Hintergrund laufen nach WR-Informationen bereits Gespräche, für den betroffenen Ortsteil einen „Runden Tisch gegen Rechts“ einzurichten.

In den Huckarder Geschäften gab es am Mittwoch fast nur ein Thema: dass die Neonazis an der Huckarder Straße in einem ehemaligen Ladenlokal eine Art Parteizentrale einrichten wollen. Die Besorgnis darüber ist groß. Ebenso wohl die Unsicherheit, wie mit den unerwünschten Nachbarn umzugehen ist.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau reagierte auf Nachfrage der WR mit einer Mischung aus Wachsamkeit, aber ohne jede Aufregung auf die Entwicklung in Huckarde – und empfahl genau diese Haltung auch den Bürgerinnen und Bürgern. Sierau: „Die Erfahrungen aus Dorstfeld machen Mut. Die Menschen dort haben sich auch nicht einschüchtern lassen“. Die Dorstfelder hätten viel mehr gezeigt, „wie ihr Ortsteil wirklich ist“. Die Rechten hätten darin keinen Platz gehabt und bekommen. Und schließlich auch auf- und die dortigen Räume abgegeben.

Dortmunds OB ist jedenfalls „nicht überrascht worden“ von der Nachricht, dass die Rechten ein neues Quartier aufschlagen wollen. „Das war zu erwarten“, sagt Sierau sogar. Nach dem Fehlschlag in Dorstfeld versuchten sie sich jetzt „in Huckarde einzunisten“.

Gründlichkeit vor Eile

Der OB ist zuversichtlich, dass auch dieses Vorhaben nicht funktionieren werde. „Die Zukunft liegt schon hinter denen“, urteilt der Chef im Rathaus über das neue, rechte Sammelbecken – um gleich klarzustellen: „Man muss trotzdem sensibel und wachsam bleiben!“

Sierau setzt deshalb auf ein „breites gesellschaftliches Bündnis gegen Rechts in Huckarde“. Die Voraussetzungen hält er für gut, denn „die Huckarder sind engagierte Leute“.

Wie unsere Redaktion gestern erfuhr, laufen bereits erste Gespräche, um einen „Runden Tische gegen Rechts“ einzurichten, bei dem möglichst viele gesellschaftliche Gruppen und engagierte Einzelpersonen mitmachen sollen; dabei gehe Gründlichkeit vor Eile. „Die Menschen vor Ort sind dabei die Fachleute“, hieß es aus der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Rathaus.

 
 

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