Elias: Bauaktivitäten im großen Stil

Die ersten Bagger sind da: Vor einer Woche haben die Arbeiten zur Erweiterung des evangelischen Elias-Kindergartens Oespel begonnen. Weitere Bauaktivitäten im großen Stil rund um die denkmalgeschützte Kirche im Ortskern sollen folgen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Oespel. Bereits im Mai 2014 stellten die Verantwortlichen der Elias-Gemeinde die Umbaupläne für das Gemeindezentrum in Oespel vor: Abriss des alten Gemeindehauses, Anbau an die Kirche und Kindergarten-Erweiterung. Warum wurde davon bislang nichts umgesetzt?

Hinter den Kulissen liefen schwierige Verhandlungen zu Finanzierung, Gestaltung und Machbarkeiten. Nun liegen spruchreife Ergebnisse vor - und die erfuhren die Gemeindeglieder in einer Gemeindeversammlung.

Vor zweieinhalb Jahren stießen die Pläne zum Abriss des Gemeindehaus und zum Anbau an die Kirche auf große Ablehnung. Was waren die Hauptkritikpunkte?

Generell möchten die Gemeindeglieder ihr altes Gemeindehaus behalten. Es ist ihre Heimat und sie verbinden damit viele schöne Erinnerung. Weil das Gemeindehaus aber deutlich zu groß ist für die Gemeinde und darüber hinaus stark sanierungsbedürftig ist, kann es nicht gehalten werden. Der finanzielle Umfang wäre nicht zu verantworten. Hauptkritikpunkte beim geplanten Umbau waren 2014 die Größe des Anbaus, der mit 45 Quadratmetern vielen zu klein erschien, und die Absicht, die Kirche für größere Veranstaltungen leer zu räumen - Bänke mit Rollen sollten es möglich machen. Die Kritiker sahen auch organisatorische Probleme: Abends eine Feier in der Kirche, am nächsten Morgen ein Gottesdienst - das hielten sie für nicht praktikabel.

Wurden die Pläne geändert?

Ja. Die Änderungen und überarbeiteten Pläne stellten die Gemeindepfarrerin Stefanie Elkmann und ihr Kollege Christian Höfener-Wolf sowie Elias-Finanzkirchenmeisterin Dr. Regina Fehlau und Presbyter Otto Stock vor. Nun soll ein Glasfoyer (45 qm) die Kirche und das neue Gemeindehaus (64 qm) verbinden. Mit Küche, sanitären Anlagen, Heiz- und Lagerräumen stehen den Gemeindegruppen zukünftig insgesamt 170 qm zur Verfügung. "Durch das Foyer kann die Kirche als Baukörper weiterhin alleine wirken. Die asymmetrische Form des neuen Gemeindehauses mit Satteldach nimmt die Form der Kirche auf", erklärte Dr. Regina Fehlau. Die Verglasung und der Gemeindehof sollen, so Fehlau, überdies Offenheit und Leichtigkeit signalisieren. Hinzu kommt noch ein 50 qm großer, multifunktionaler Raum vor dem Altar in der Kirche, für den sechs Bänke weichen müssen. "Diese Fläche kann beispielsweise für Fastenaktionen, Taiz-Gebete, Abendgottesdienste, Adventsbasare, Konfiunterricht oder Trauerfeiern genutzt werden", listete Elkmann auf.

Wie hoch sind die Kosten?

600 000 Euro kostet der Umbau, die Kosten trägt allein die Gemeinde. Weitere 60 000 Euro sind für den Abriss des Gemeindehauses veranschlagt. Ob die Finanzierungen über Rücklagen oder Darlehen laufen, steht noch nicht fest.

Wie haben die Gemeindeglieder reagiert?

Diesmal wirkten sie ganz zufrieden. Enttäuscht waren einige Gemeindeglieder allerdings über die neue Reihenfolge der Arbeiten: erst Abriss, dann Neubau. "Das ist wahrscheinlich aus statischen Gründen nötig, zudem wird der Platz als Lagermöglichkeit für Baustoffe benötigt", so Stefanie Elkmann. Man werde für die Bauzeit aber ganz sicher Ausweichmöglichkeiten finden, versicherte sie. "Das Gemeindeleben werden wir nicht stilllegen müssen."

Wann beginnen die Umbauarbeiten?

Irgendwann in 2017 sollen die Arbeiten beginnen. Genauer wollte sich die Gemeindepfarrerin nicht festlegen. Auch viele Detail-Fragen, etwa zur Heizungsform oder zu den Grünflächen, sind noch nicht geklärt. Sobald alle Fragen durch den weiteren Austausch mit Experten und den Architekten geklärt sind, wird es eine weitere Gemeindeversammlung geben.

Die Bauarbeiten zur Erweiterung des Elias-Kindergartens haben bereits begonnen. Wann ist mit der Fertigstellung zu rechnen?

Laut Jochen Schade-Homann vom Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, Fachbereich Jugend und Erziehung, und Annette Klüh, Regionalleiterin der Elias-Tageseinrichtungen für Kinder, wurden für die Arbeiten 192 Arbeitstage veranschlagt. Zum Kindergartenjahr 2017/18 soll das Gebäude bezugsfähig sein.

Worauf dürfen sich Eltern, Kinder und Erzieher freuen?

Auf einen zweigeschossigen Anbau mit einer Grundfläche von 300 Quadratmetern und einem Obergeschoss mit 155 qm. Das Raumprogramm entspreche allen heutigen Standards, versicherte Schade-Homann. Dann wird die U3-Gruppe, die jetzt noch im Gemeindehaus untergebracht ist, in den Kindergarten umziehen. Aufgenommen werden zudem 20 weitere Kinder, sodass im Alt- und Neubau zusammen fünf Gruppen mit 95 Kindern Platz haben werden.

Wie teuer ist die Maßnahme?

Die Kosten belaufen sich auf eine Million Euro, die allein die Gemeinde aufbringen muss. Entsprechend anderer Investorenmodelle soll das Geld über Mieteinnahmen in den nächsten 25 Jahren in die Kasse zurückgespült werden. "Das garantiert uns ein Gewährvertrag mit der Stadt", betont Elias-Finanzkirchenmeisterin Dr. Regina Fehlau.

Pfarrerin Elkmann räumte ein, dass die Gemeinde sich ein anderes Finanzierungskonzept gewünscht habe. Nun würde man in den sauren Apfel beißen, damit es vorangehe.

EURE FAVORITEN