Dortmunder demonstrieren gegen "Die Rechte"-Parteibüro

Alexander Koch
Protest gegen das neue Parteibüro der Rechtspartei an der Huckarder Straße 336.
Protest gegen das neue Parteibüro der Rechtspartei an der Huckarder Straße 336.
Foto: WAZ Fotopool
Rund 120 Dortmunder haben am Samstagmittag gegen die neue, NRW-weite Anlaufstelle der rechtspopulistischen Partei "Die Rechte" in Huckarde demonstriert. Die Rechten geben sich unbeeindruckt: „Der Mietvertrag ist unterschrieben. Spätestens Anfang 2013 ziehen wir hier ein.“

Dortmund. Angst und Sorge vor Rechtspopulismus: Die Huckarder Anwohner machten am Samstag (17. November 2012) gegen die neue Anlaufstelle der Partei „Die Rechte“ mobil. Unter dem Motto „Dortmund hat keinen Platz für Rechtsextremismus“ demonstrierten am Mittag rund 120 Dortmunder gegen die neue NRW-weite Anlaufstelle der rechtspopulistischen Partei „Die Rechte“ in Huckarde. Insgesamt dauerte die Kundgebung in der Huckarder Straße eine gute Stunde.

Ihre Teilnehmer protestierten friedlich, worüber sich die Polizei vor Ort erfreut zeigte. Die Organisatoren dieser Kundgebung – die nicht genannt werden wollen – waren „selber über die große Resonanz in der Bevölkerung überrascht“.

Schon jetzt sei der Auftakt ein „voller Erfolg“, da die Kundgebung „erst vor wenigen Tagen via E-Mail-Verteiler beschlossen und organisiert wurde“. Dass trotz der kurzfristigen Organisation auf Anhieb über 100 Teilnehmer kamen, macht die Organisatoren zuversichtlich, dass in Zukunft weitere solcher Kundgebungen stattfinden.

Doch nicht nur Huckarder, sondern auch Dortmunder aus der weiteren Umgebung und Passanten, schlossen sich der Kundgebung an: „Ich war nur zufällig hier, aber so was muss man einfach unterstützen“, sagte ein älterer Herr und stellte sich spontan dazu. „Einen unerträglichen Zustand“, betitelt eine Dame den Zuzug der Rechtspartei und spricht den Teilnehmern aus den Herzen.

Die Anwohner sorgen sich darüber, wie sie dem neuen und unerwünschten Nachbarn „Die Rechte“ umgehen sollen.

Aber die Huckarder lassen sich von der Rechtspartei „nicht einschüchtern“, sagte eine Teilnehmerin. Sie wolle der Öffentlichkeit zeigen, dass in Huckarde eben „kein Angstraum“ entstehe. Auch Vertreter der regionalen Politik zeigten sich engagiert: „Huckarde soll nicht das Terrain der Rechten werden“, gibt sich ein Mitglied der Bündnisgrünen kämpferisch. Die rufen zur Teilnahme am „Runden Tische gegen Rechts“ auf, der sich aus Kirchen- und Parteivertretern, Jugendorganisationen, Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzt. Hier will man unter der Leitung der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Rathaus das weitere Vorgehen und Veranstaltungen gegen die Rechtspartei organisieren.

Die Gegenseite zeigte sich von dieser Kundgebung und von der Aussicht auf weitere Proteste gänzlich unbeeindruckt: „Gegenveranstaltungen gibt es bei uns immer wieder“. Ein Grund zur Planänderung gäbe es derzeit nicht, ließ ein Mitglied der Rechtspartei verlauten. „Der Mietvertrag ist unterschrieben und bis spätestens Anfang 2013 ziehen wir hier ein.“