Dasa-Ausstellung hat einen neuen Chef

Stabwechsel im Cockpit: Nach 20 Jahren am Steuer der Dasa-Arbeitswelt-Ausstellung tritt Dr. Gerhard Kilger ab. Am Donnerstag übergab er offiziell die Führung. Sein Nachfolger hat gute Voraussetzungen für den Job.

Dorstfeld.. Der Ort des Stabwechsels hatte Symbolcharakter. Im Airbus-Cockpit, einer hochmodernen Simulationsanlage für die Pilotenausbildung, überließ (66), Direktor der Dasa-Arbeitswelt-Ausstellung, nach 20 Jahren das Ruder seinem Nachfolger Gregor Isenbort (42).


Damals, 1993, bei der Teileröffnung der Dasa, habe er eine Ansprache an seine Mitarbeiter gehalten, erinnert sich Kilger, und gesagt: "Ich komme mir vor wie in einem modernen Jet: vollgetankt, super ausgerüstet, aber ich weiß nicht, wo wir landen werden." Es sei damals eine durchaus ungewisse Zukunft gewesen.


Drei Millionen Besucher


Inzwischen ist die Dasa mehrfach gut gelandet, wurde mit bedeutenden Preisen gewürdigt, unter anderem als bestes Industrie- und Technikmuseum in Europa. Drei Millionen Menschen - Schüler, Familien und Fachleute - haben die Dasa inzwischen besucht und sich ein Bild vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Arbeitswelten gemacht, wobei immer der Mensch mit seinen Belangen im Vordergrund steht.Heute sei er zuversichtlicher, was die Zukunft der Dasa angeht, sagt Gründungsdirektor Kilger. Als Nachfolger für ihn habe man "den besten gefunden".


Nachfolger hat reichlich Museumserfahrung


Dr. Gregor Isenbort sagt bereits "unser Haus", wenn er von der Dasa spricht. Der 42-jährige Wirtschafts- und Sozialhistoriker und Philosoph hat bereits reichlich Museumserfahrung.


Unter anderem arbeitete er im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für das "Haus der Geschichte der Bundesrepublik" und für das "LVR-Rheinische Industriemuseum Oberhausen", beim Rheinischen Landesmuseum in Bonn und zuletzt seit 2007 als Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit/Wechselausstellungen im Museum für Kommunikation in Berlin.


Herausforderung Arbeitsprozesse


Bis Ende März leitet er gemeinsam mit Kilger die Geschicke des Museums. Alltagsprozesse darzustellen, sind für Isenbort eine ganz große Herausforderung in der Museumswelt.


Er wolle die angewandte Arbeitswelt-Forschung aus dem "Laboratorium der Gegenwart und Zukunft" in der benachbarten Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua), zu der die Dasa gehört, in der Dauer- und in den Wechselausstellungen zeigen, erklärt Isenbort.

Als Beispiel führte er den im Januar von der Baua vorgestellten Stress-Report an: Die psychische Belastung am Arbeitsplatz, die permanente Erreichbarkeit und der Erholungsmangel könne man in der Dasa präsentieren.


BVB-Vereinsmitglied


Die neue Aufgabe bedeutet für Isenbort auch eine Rückkehr in die Nähe der Heimat. Der gebürtige Ostwestfale ist BVB-Fan und seit Kindesbeinen Vereinsmitglied. Er freue sich, "in Dortmund angekommen zu sein". Und mit Blick aufs Cockpit: "Ich werde versuchen, ordentlich zu landen, wo immer das sein mag, auf jeden Fall heile."

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