Beleidigt, bespuckt und erpresst

Norbert Jacobs
Monika Hohmann aus Westerfilde ist von Kindern bespuckt und beleidigt worden.  Foto: Knut Vahlensieck
Monika Hohmann aus Westerfilde ist von Kindern bespuckt und beleidigt worden. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Westerfilde. Monika Hohmann war auch gestern - drei Tage danach - emotional noch mächtig aufgewühlt. Was war Montagabend in Höhe des Bürgergartens in Westerfilde passiert? Drei junge Burschen, erzählte die Sprecherin des Westerfilder Mieterbeirats unserer Zeitung., hätten sie verfolgt. „Plötzlich hat man sechs, sieben größere Steine nach mir geworfen. Ich bin zum Glück nicht getroffen worden. Dafür aber mein Hund Monty.“

Verfolgt und mit Steinen beworfen

Schon seit geraumer Zeit beobachtet Monika Hohmann, wie Kinder ausländischer Herkunft Anwohnern aus dem Kiepeweg den Weg versperren, wenn diese ihre Einkäufe bei einem nahe gelegenen Discounter erledigen wollen. Hohmann: „Die lassen alte Menschen, die mit Rollatoren unterwegs zum Supermarkt sind, einfach nicht durch. Oder bringen eine Bewohnerin dazu, vom Rad zu steigen.“ Erst wenn ein sogenanntes Wegegeld gezahlt werde („Hast Du einen Euro?“), ließen sie die Senioren passieren. Dies sei ein ungeheuerlicher Vorgang.

Auch Monika Hohmann sei schon – auf dem Weg zu Rewe – aufgefordert worden, Geld zu bezahlen: „Ich habe mich natürlich geweigert und ihnen zu verstehen gegeben, mich in Ruhe zu lassen. Daraufhin bin ich beleidigt und bespuckt worden.“

Noch am selben Abend hat Monika Hohmann die Eltern des jugendlichen Steinewerfers aufgesucht. „Ich weiß ja, wo sie wohnen. Genau gegenüber meiner Wohnung. Der Mutter habe ich deutlich gesagt, dass ich ihre Entschuldigung nicht akzeptieren, sondern bei der Polizei Strafanzeige stellen werde.“ Bereits im Mai dieses Jahres, erinnert sich Frau Hohmann, „hat es einen ähnlich ekeligen Vorfall gegeben. Auch dort bin ich angespuckt worden.“

Polizeisprecherin Amanda Vorderderfler bestätigte gestern auf Anfrage den Fall Monika Hohmann: „Wir haben eine Strafanzeige geschrieben, auch wenn sich diese offensichtlich gegen Minderjährige richtet. Wir werden den Vorfall weiterhin prüfen.“

Auch das Jugendamt ist eingeschaltet. Die Behörde wird aber nur dann tätig, wenn erkennbar ist, dass eine Fehlentwicklung des Jugendlichen vorliegt.

Polizei und Jugendamt eingeschaltet

Monika Hohmann reicht das alles nicht. Und zeigt sich enttäuscht von der Politik. „Ich habe sogar in der Mengeder Bezirksvertretung vorgesprochen. Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar kennt die unliebsame Geschichte. Aber unternommen haben die Bezirksvertreter bisher nichts. Ich bin – wie man sich wohl denken kann – in diesen Tagen ziemlich frus-triert.“