Auf den Spuren des Großen

Peter Alexander alias Stimmdouble Frank Koch. Foto: Jochen Linz
Peter Alexander alias Stimmdouble Frank Koch. Foto: Jochen Linz
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Westerfilde..  Wenn „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ zum gemütlichen Studio im Dachgeschoss an der Bröger -straße in Westerfilde wird, kommt Peter Alexander ins Schwärmen. Der Boden wird zur Bühne. Er erzählt. Über sein Leben, über seine Arbeit. Hinter ihm, auf einem Computer-Bildschirm, ist seine Webseite zu sehen – professionell wie sein Studio. An der Wand auf der anderen Seite lehnt ein Schrank mit Hunderten von CDs. Diese runden glitzernden Scheiben bedeuten sein Leben. Das ist sein Schatz, sein Kapital: seine Musik. „Der Schrank ist so alt wie ich: Baujahr 1967“, verrät Peter Alexander, der eigentlich Frank Koch heißt.

Die Haustür geht auf. Fehlt nur noch, dass er „Küss‘ die Hand, gnä‘ Frau“ sagt. Das kommt diesmal nicht in Frage: Interviewer und Fotograf sind beide männlich. Ansonsten stimmt jedoch alles: schwarzer Smoking, weißes Hemd, schwarze Fliege, die Frisur. Man möchte ihm ein „Grüß Gott, Herr Alexander!“ zuwerfen.

Schwarz-weiß ist es im Leben des Frank Koch aber nie zugegangen: „Ich bin gelernter Musiker“, sagt er über sich. Gesang studiert hat er nicht. Das ist auch gar nicht nötig gewesen, wie er während des Gesprächs stimmgewaltig immer wieder beweist. „Im Alter von zwölf, 13 Jahren hat alles begonnen“, erinnert sich der gebürtige Huckarder. Im Musikverein, später dann im Ruhrkohle-Orchester. Als ihn die Bundeswehr ruft, entscheidet er sich für den längeren Wehrdienst. „Als Musiksoldat habe ich meine erste fachliche Ausbildung erhalten“, sagt Koch. Dann trifft er vor drei Jahren die Belcanto-Sopranistin Dagmar Wensing, bei der er Gesangsunterricht nimmt. „Das hilft mir heute“, stellt er zufrieden fest.

Mit seinen Kollegen – je nach Auftritt sind es drei bis fünf an der Zahl – von „Alpin Sound NRW“ tourt er seitdem durchs Land. Denn er kann nicht nur singen, sondern auch Instrumente spielen. „Einmal haben wir musikalisch Künstler begleitet, die Stimmen bekannter Persönlichkeiten imitiert haben“, erzählt der Künstler. Das war die Geburtsstunde von Peter Alexander alias Frank Koch.Nach seinem Auftritt als „Peter der Große“ bei MP TV in „Andys Musikparadies“ Ende vergangenen Jahres lernt er Monika Staniczek kennen. Seitdem hat die ehemalige Managerin der „Kastelruther Spatzen“ auch Frank Koch unter Vertrag. Von seinen Auftritten kann der Musiker leben. „Das hat eine lange Zeit gebraucht“, verrät er.

„Jetzt bin ich in dem Alter, in dem man mir Peter Alexander abnimmt“, meint der vielseitige Künstler. Jeden Tag singt Koch eine Stunde lang Melodien seines großen Vorbilds, das vor fast einem Jahr gestorben ist. „Natürlich bin ich ein Peter-Alexander-Fan“, ruft er und lächelt. Anders ging es auch nicht. „Ich muss doch authentisch rüberkommen.“

Das gelingt ihm. Jung und Alt begeistert er „im Stil von Peter Alexander“, wie er einschränkt. „Denn seine Stimme ist einzigartig. Die kann man nicht genauso nachmachen“ Das schönste Kompliment hat Frank Koch eine ältere Dame aus dem Publikum schon vor einiger Zeit beschert: „Wenn man die Augen schließt“, habe sie nach der Vorstellung geseufzt, „meint man, Peter Alexander singt.“

Das funktioniert auch beim Imitieren der beiden Udos: Lindenberg und Jürgens. 60 Peter-Alexander-Titel hat Frank Koch in seinem Repertoire, das er ständig erweitert. Zum Schluss stimmt er nochmal „Die kleine Kneipe“ an. Wer hat’s gesungen? Klar, der Österreicher – Peter der Große. Aber das Original stammt von Vader Abraham. Dem Mann mit den Schlümpfen.

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