Straßensanierung in der Kritik

Alexander Ebert
Die breite Straße verleite zum Gasgeben; mehr Parkplätze wären besser gewesen, kritisieren Anwohner. Foto: Michael Printz
Die breite Straße verleite zum Gasgeben; mehr Parkplätze wären besser gewesen, kritisieren Anwohner. Foto: Michael Printz
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Brackel.  Eigentlich sollten die alte Hidding- und Hellingstraße in Brackel zu modernen Verkehrsflächen umgebaut werden - ein Stück Spielstraße inklusive. Doch einige Monate nach Fertigstellung der Bauarbeiten sind Anwohner unzufrieden. Die Fläche verleite zum schnellen Fahren, biete den Anwohnern weniger Parkraum; zudem sei ein prima Schleichweg entstanden.

„Es kam alles, wie befürchtet“, sagt Jürgen Netz. Für ihn und seine Frau Sabine gilt: „Nach nunmehr acht Monaten der Fertigstellung ist genau das eingetreten, auf dessen Gefahren unser Anwalt hingewiesen hatte.“ Zwar seien die inzwischen gepflasterte Hidding- und Hellingstraße nett anzusehen; doch diese Bewertung sei auch schon das einzig Positive, was man der Umgestaltung nachsagen könne, sagt Netz. Es gibt zahlreiche Kritikpunkte, die Netz und andere Anwohner auflisten. Hier die wichtigsten:

Hidding- und Hellingstraße dienten heute mehr denn je als Schleichweg für alle Ortskundigen, die den stark befahrenen Brackeler Hellweg sowie die Flughafenstraße und die Oesterstraße meiden wollten. Die Vorrangschaltung für Straßenbahnen am Hellweg mit Wartezeiten für Pkw-Fahrer führten ebenfalls dazu, dass Ortskundige lieber durch dieses Wohngebiet fahren - zumal andere Verbindungsstraße, also mögliche Schleichwege, gekappt wurden.

Auf Hiddingstraße, Hellingstraße und Balsterstraße werde zu schnell gefahren. Das Stück Spielstraße (zwischen Hellweg und Einfahrt Balsterstraße), auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt seien und Schritttempo gelte (also ungefähr 7 km/h), werde ignoriert. Es sei lebensgefährlich und damit unverantwortlich, Kinder dort spielen zu lassen. Durch die Sanierung sei ein Stück der Verkehrsfläche breiter geworden. Das verleite Autofahrer zum Rasen; die glatte Oberfläche begünstige diesen Trend.

Familie Netz ärgert sich auch darüber, dass Parkraum abgeschafft wurde. „Es gibt auf der neuen Verkehrsfläche noch genügend Platz, der aber verschenkt wurde. Und es gibt zu viele Baumscheiben, die niemand will und niemand pflegt. Das sind reine Hundeklos. Da hätte man auch mit weniger auskommen können.“

Was tun? Familie Netz schlägt vor, den Schleichweg zu schließen. Etwa mit Pollern, die Rettungsdienste aufschließen können. Auch könnte man mit großen Steinen oder zusätzlichen Parkplätzen die Straße verengen. Obendrein müssten Polizei und Stadt eine Weile konsequent kontrollieren, damit Kinder tatsächlich spielen können.