„Scharnhorst wird schlecht gemacht“

Die neuen Bezirksbeamten für Scharnhorst: Andreas Bergmann (vorn) und Udo Block. Foto: Klaus Pollkläsener
Die neuen Bezirksbeamten für Scharnhorst: Andreas Bergmann (vorn) und Udo Block. Foto: Klaus Pollkläsener
Foto: Linz/PiLi

Scharnhorst.. Die Kriminalitätsentwicklung in Scharnhorst sei relativ undramatisch, betont der neue Polizei-Bezirksbeamte Andreas Bergmann. Für manche Scharnhorster ist das die Bestätigung, dass ihr Stadtteil in der Realität generell besser sei als sein eher schlechter Ruf.

Bei einer öffentlichen Versammlung der SPD Scharnhorst-Ost zum Thema Sicherheit ließen einige Dampf ab. Exemplarisch für die Meinung eines Teils des Publikums war Dienstag etwa die Meinung von Manfred Mertins: „Scharnhorst wird grundsätzlich schlecht gemacht.“ Obwohl sich vieles gut entwickle, würden auch „in der Presse“ unverändert „Klischees“ verbreitet, so der Bürger Mertins.

Differenzierter, doch im Kern ähnlich, äußerte sich die SPD-Vorsitzende Gerti Zupfer: „Man will uns immer erzählen, dass es hier am schlimmsten ist.“ Wichtig sei aber „ein vernünftiges Image von Scharnhorst“. In Sachen Kriminalität habe man dafür jetzt „mit objektiven Zahlen die Bestätigung erhalten“. Die relativ positive Entwicklung sei Ergebnis von Prävention, einer „guten Vernetzung“ der örtlichen Organisationen und regelmäßiger Gespräche zwischen Polizei, Ordnungsamt und Politik. Zuvor hatte der Bezirksbeamte Andreas Bergmann Zahlen genannt, die „zeigen, dass es gar nicht so schlimm ist“. Beispiel: So hätten etwa am 14. Februar 2011 im Bereich der Polizeiinspektion 3 (von Lünen bis Aplerbeck) 96 Straftaten zu Anzeigen geführt – davon acht Delikte in Scharnhorst. Das sei ein „Durchschnittswert“. Verglichen mit der Nordstadt sei Scharnhorst eher unauffällig, so Bergmann. Dennoch gebe es auch hier unerfreuliche Häufungen bei einzelnen Delikten: Taschendiebstahl, besonders an Markttagen, sei „ein großes Problem“. Dem werde die Polizei aber mit „taktischen Maßnahmen“ entgegenwirken – auch „durch zivile Ermittler“.

Alkoholgelage

Zudem machten „Trunkenbolde“ durch öffentliche Saufgelage am helllichten Tag Ärger – häufig in Einkaufspassagen. Wohnungseinbrüche nähmen in der dunklen Jahreszeit auch in Scharnhorst zu, seien aber „nicht mehr oder weniger häufig als in anderen Stadtteilen“. Dasselbe gelte im Übrigen für den Diebstahl von Wertsachen aus Kfz.

Den Eindruck Bergmanns teilt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Ingo Moldenhauer: „Unsere Wahrnehmung ist da völlig deckungsgleich.“ Tenor: In der Nordstadt sei es deutlich schlimmer als in Scharnhorst. Auch Moldenhauer verzichtete darauf, die Kriminalitätsentwicklung in dem Stadtteil detailliert in den gesamtstädtischen Zusammenhang einzuordnen – etwa durch aussagekräftige Vergleichszahlen aus dem Süden oder Westen Dortmunds. Benannt wurde hingegen ein Problem, dass Moldenhauer mit Blick auf Scharnhorst besonders besorgt: „Jugendschutzverstöße“, also öffentliche Trinkgelage von Jugendlichen, häufig auf Spielplätzen (z.B. nahe Werzenkamp und Buschei). Es gelte, „solche Szenen aufzulösen“. Dies werde für das Ordnungsamt „eine Baustelle“ bleiben. Letzteres halten auch die Anwohner für nötig: Einige ärgern sich nicht nur über die Alkoholgelage, sondern auch über wilde Mopedrennen (Max-Brod-Straße). Andere wollen gesehen haben, dass am Spielplatz Werzenkamp ständig Drogen verkauft würden – angeblich bereits an 10-Jährige.

 
 

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