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MSA-Mieter feilen an einer besseren Zukunft

25.05.2012 | 15:41 Uhr
MSA-Mieter feilen an einer besseren Zukunft
Sanierungsstau in der Scharnhorster Bouchner-Siedlung - hier Fellhammerstraße. Foto: Michael Printz

Scharnhorst. „Trautes Heim, Glück allein“ – aber nicht für die Bewohner der MSA-Siedlung in Scharnhorst. Denn ihre Wohnsituation ist ungewiss. Nun wurde vom Mieterbeirat und dem Mieterverein Dortmund zum ersten Mal zu einer „Mieterwerkstatt“ eingeladen. Hier hatten die Anwohner Gelegenheit, sich für ihre Siedlung einzusetzen.

„Die ,Mieterwerkstatt’ ist ein Experiment. Da bisherige Versammlungen zu keinen Ergebnissen geführt haben, versuchen wir nun etwas anderes, wo die Mieter auch wirklich aktiv werden können“, begründet Tobias Scholz am Mittwoch Abend (23. Mai) die neue Initiative. Anlass dazu sieht der wohnungspolitische Sprecher unter anderem in der letzten Pressekonferenz. Thema war neben fehlenden Renovierungen auch die Problematik mit der Eigentümerfamilie Bouchner. Diese hatte vergangenes Jahr beschlossen, Teile der Siedlung verkaufen zu wollen. Vorher sollte eine Mieterversammlung dazu stattfinden. Vor kurzem war aber bekanntgeworden, dass sie den Plan auf eigene Faust in die Tat umsetzen wollten: Ohne Mitwissen der Mieter tauchten zwei Wohnungsangebote im Internet auf.

Die „Mieterwerkstatt“ geht nun dagegen an und dient dazu, unter anderem den Druck auf Bouchner zu erhöhen. In der zweistündigen Veranstaltung ging es darum, zuerst Ideen zu sammeln, was aktiv für die Siedlung getan werden kann und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Die Ideen wurden in fünf Kleingruppen gesammelt und später vorgestellt. Vor allem wurde mehr Aufmerksamkeit in der Presse sowie die Instandsetzung der Häuser gefordert. Aber auch die Mietminderung zählte zu den Vorschlägen der anwesenden Mieter. Die besten Ideen wurden in der Gruppe ausgesucht, um dann im zweiten Teil der Veranstaltung wiederum in Kleingruppen weitergestrickt zu werden. Für die Pause stellte der SPD-Ortsverein Getränke und Würstchen zur Verfügung. Weitere Unterstützung bekam Scholz von Jennifer Van de Loo und Natalie Materi, die die Gäste durch den Abend leiteten.

Etwa 70 Mieter waren gekommen, um sich einzubringen. Unter ihnen sowohl Gründungsmitglieder, die seit über 40 Jahren in Scharnhorst wohnen, als auch Neulinge, die ihr neues Heim nicht verlieren wollen. „Ich bin überrascht von der Teilnahme und freue mich über das Engagement“, zeigt sich Scholz zufrieden.

Von Mareike Fangmann


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