Kurler Bahnhof vor dem Verfall

Der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Dortmund-Unna e.V.  hat den  Bahnhof Kurl unter die Lupe genommen und  Verbesserungsvorschläge gemacht. Foto: Klaus Pollkläsener..
Der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Dortmund-Unna e.V. hat den Bahnhof Kurl unter die Lupe genommen und Verbesserungsvorschläge gemacht. Foto: Klaus Pollkläsener..
Foto: WR

Kurl. 44 Bahnhöfe wurden vom Verkehrsclub Deutschland, kurz VCD, über mehrere Monate untersucht und evaluiert. So auch der Kurler Bahnhof. Das erschreckende aber nicht überraschende Ergebnis: Der Bahnhof, der von mehr als 2000 Menschen pro Tag genutzt wird, gehört im Ranking der Dortmunder Bahnhöfe zum untersten Drittel.

Die zentralen Kritikpunkte dafür sind die unzureichende Beschilderung, fehlende Wegverknüpfungen zwischen dem Bahnhof und den Bushaltestellen „Kurl Bahnhof“ und „Mühlackerstraße“, die derzeitige Fahrradabstellmöglichkeiten, die Unterführung als möglicher Angstraum, fehlende Infrastrukturelemente auf dem Bahnsteig und vor allem, dass der Bahnsteig nicht barrierefrei erreicht werden kann. Julian Lins vom VCD stellt bei dieser langen Liste an Mängeln eine entscheidende Frage: „Muss denn erst was passieren, damit hier was passiert“?

Der Zustand des Kurler Bahnhofs ist verantwortlich für eine Eigendynamik der Geschehnisse rund um den zentralen Personenbeförderungspunkt im Stadtbezirk. Es entwickelten sich in der Vergangenheit eine Vielzahl von Schleichwegen, an denen die Menschen ohne Probleme die Gleise überqueren können. Weiterhin kann der Vandalismus noch stärker werden, da Personen hier nachts unbeobachtet agieren können.

Der Verfall wird so vorangetrieben. Dies dürfte auch nicht im Sinne der Deutschen Bahn sein. Doch diese übt sich in vornehmer Zurückhaltung, wie Ratsvertreter Andreas Wittkamp erklärt: „Die Bahn reagiert, wenn überhaupt, sehr selten auf unsere Anfragen. Selbst ein so großer Verkehrsverbund wie der VRR kann hier nur wenig ausrichten. Aber immerhin, der VRR bemüht sich und lässt, so wie wir, nicht locker“.

Glaubt man den Ausführungen des VCD, so lassen sich eine Vielzahl der aufgeführten Mängel leicht beheben. Doch wäre es in den Augen von Lins damit nicht getan: „Hier verfällt ein ansich schönes und altes Gebäude, das großes Potential in sich birgt“. Wäre das alte Bahngebäude dem totalen Verfall verschrieben, so gäbe es für das VCD-Mitglied nur eine Möglichkeit für den Bahnhof: „Ein zentraler Zugang mit einem Fahrstuhl von der Unterführung aus würde hier die Situation verbessern und das große Problem der nicht gegeben Barrierefreiheit aufheben“. Doch neben diesem großen Projekt sehen es die Vertreter des Stadtbezirks und des VCDs zuerst als oberste Priorität an, mit kleinen und schnell zu realisierenden Lösungen den Kurler Bahnhof attraktiver zu gestalten.

 
 

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