Kraft des Gegners für sich nutzen

Thilo Kortmann
Hapkido-Training in der Sporthalle Lanstrop. Unsere Zeitung schaute den Kämpfern zu. Foto: Marcus Simaitis
Hapkido-Training in der Sporthalle Lanstrop. Unsere Zeitung schaute den Kämpfern zu. Foto: Marcus Simaitis
Foto: Marcus Simaitis

Lanstrop. Es geht nicht um den Kampf, sondern um die Harmonie zwischen Körper und Geist – ein Charakteristikum vieler asiatischer Kampfsportarten.

So auch bei Hapkido, einer koreanischen Kampfsportart, die wie eine Mischung aus Judo, Taekwondo, Boxen und Ringen anmutet.

Eine Kombination, die schon seit den 60er Jahren bei „Ultimate Hapkido der Teutonia Lanstrop“ in der Büttnerstraße 92 erfolgreich gelehrt wird. Koreanische Gastarbeiter importierten die Kampfkunst in den Ruhrpott.

Bei einem Besuch des Trainings wird deutlich: Hapkido ist spektakulär, anstrengend und nichts für Freunde der Langsamkeit.

Das Training gliedert sich in zwei Bereiche: in den Kampf-und den Show-Bereich. Aus dem Faust-Fuß-Kampf und dem „Grappling“ besteht der Kampf. Die Show gliedert sich in technische Disziplinen, Freestyle-Formen und Showkämpfen.

Von fliegenden Box-Schlägen geht es blitzschnell auf den Boden, auf dem intensiv weiter gekämpft wird. So lange bis jemand einmal auf den Boden klopft – das Zeichen der Aufgabe.

Schnell fließt der Schweiß bei den rund 16 Kampfkünstlern, vom jungen, zerbrechlichen Mädchen bis hin zum fast zwei Meter großen Hünen. Insgesamt sind es 12 Jungs und vier Mädchen, die aber beim Kampf jeweils unter sich bleiben.

„Trainiert wird schnell. Für Anfänger ohne Kondition zu anstrengend“, erklärt Trainer Daniel Niehues. Deshalb trainieren Einsteiger halt erstmal langsamer.

„Die Übungen erfolgen in kleinen Schritten und zielen nicht darauf ab, den Sieg im Wettkampf zu erringen, sondern darauf, den Einzelnen individuell zu fördern“, betont Niehues und fügt hinzu, dass sich jeder Schüler seinen Schwerpunkt selbst aussuchen könne.

Man bilde keine Schläger aus, so heißt es in den Vereinsstatuten, sondern junge Menschen, die sich lediglich in Notsituationen verteidigen könnten.

Und ganz im Gegenteil: Bewirkt werde eine Veränderung des Geistes zu mehr Menschlichkeit, Frieden und Gesundheit. „Gelehrt wird, die Kraft des Gegners so zu nutzen, dass es die eigene wird“.

Gerade letzteres scheint bei „Ultimate Hapkido“ gut zu funktionieren, denn bis dato sind bei dem Lanstroper Verein rund 33 Deutsche-Meisterschafts-Titel herausgesprungen. Auch bei den diesjährigen Meisterschaften vom 8. bis zum 10. Oktober in Görlitz konnten wieder ein paar erste Plätze geholt werden.

So wie Nadia Mhani (24), eine von insgesamt fünf Trainern bei der Teutonia. Mit zwei ersten Plätzen, einem 2. und einem 3. Rang war sie wieder einmal absolute Spitze.

Bisher war sie fünfmal Deutsche Meisterin und fünfmal „Grand-Champion“.