Konflikt um Weiterbau für Umgehung geht weiter

Die Engstelle der gedachten Ortsumgehung von Asseln und Wickede. Es gibt reichlich Protest gegen die Umeltzerstörung. Foto:  Jochen Linz
Die Engstelle der gedachten Ortsumgehung von Asseln und Wickede. Es gibt reichlich Protest gegen die Umeltzerstörung. Foto: Jochen Linz
Foto: Linz/PiLi

Wickede/Asseln.. Der Konflikt um den Weiterbau der OWIIIa als Umgehung für Asseln und Wickede geht weiter. Zum Wochenende (9. Dezember) besuchten einige Anwohner aus Wickede, zwei Bürgerinitiativen sowie Linke und Grüne den Bereich um die Kindertagesstätte Baedekerstraße. Deren Elternrat hakt sich in den Protest ein: Er stemmt sich ebenfalls gegen den Weiterbau der Brackeler Straße.

Die etwa zwei Dutzend Bürger sahen sich die engste Stelle der möglichen OWIIIa-Route im Bereich Wickeder Ostholz an. Anschließend resümierte die Sprecherin des Kita-Elternrates, Marleen Wildner: Die Zukunft der Kita sei in Frage gestellt; von einige Eltern wisse sie, dass die Einrichtung massiv an Attraktivität verlieren würde, wenn Landesstraße und Lärmschutzmauer gleich nebenan den Weg zum Wald versperrten. „Diese Kindertagesstätte ist nämlich eine Bewegungsstätte für Kinder. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder viel Zeit in der Natur verbringen. Wenn dieses Plus wegfällt, fällt auch das Interesse an der Kita weg.“ Auch für die Reiter in Wickede würde die Region massiv an Attraktivität verlieren, wenn eine Straße den Freiraum durchschneide, sagte Wildner.

Norbert Roggenbach und Wilhelm Auffahrt, Vertreter der Bürgerinitiativen „Schützt den Freiraum“ bzw. „Gemeinsam für Brackel“ beklagten die Denke hinter der Umgehung: „Eine neue Straße schafft neuen Verkehr.“ Der Bau der Trasse stehe in keinem Verhältnis zum Eingriff in die Natur. Überhaupt würden Zahlen gern missbraucht, um für die Umgehung zu werben, meinte Auffahrt. Deshalb kündigte der Brackeler eine mehrtägige Verkehrszählung auf dem Hellweg an. Anfang nächsten Jahres wolle man an drei Tagen, jeweils 24 Stunden, an den östlichen und westlichen Punkten des Wickeder und Asselner Hellwegs den Verkehr analysieren. „Wir müssen mal echte und neue Zahlen bekommen“, so Auffahrt, „ähnlich wie wir das für den Bereich um Tedi gemacht haben.“

Norbert Roggenbach warb erneut dafür, den Hellweg für den Verkehr zu ertüchtigen, um eine neue Straße zu erübrigen. Es gebe in Asseln und Wickede viele chaotische Ampelschaltungen, einen Straßenbahnvorrang, der nicht funktionierte und Staus provoziere, sowie einige andere Dinge. Wenn überhaupt, so Roggenbach, müsse man über die südliche Umgehung über den Osterschleppweg nachdenken.

In den kommenden Wochen und Monaten wollen die beiden Bürgerinitiativen mit Info-Ständen in Wickede und Asseln „die Bürger aufklären“, wie es am Freitag hieß: Viele Leute wüssten gar nichts von der Planungen, stelle man immer wieder fest. Roggenbach kündigte einen Info-Stand auch am jetzigen Ende der OWIIIa an - „durchaus provokativ dort, wo die Autofahrer nicht weiterkommen“. Es gehe darum, mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen.

Roggenbach machte als „Hauptproblem“ die Bezirksvertretung Brackel aus. Würde sich dieses Gremium gegen die Umweltzerstörung aussprechen, würde sie auch im Rat erhört. Die SPD hänge aber noch immer uralten Straßenplanungen an. Und die Grünen kuschelten kräftig.

Roggenbach verwies im Übrigen auf die Wiederholungswahl in nächster Zeit: „Zwar wird die Bezirksvertretung Brackel nicht neu gewählt - aber in Brackel wird gewählt.“

 
 

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