Fahrzeugbau-Firma Rose feiert ihr 140-jähriges Bestehen

1873 hat Josef Rose an der Wilhelmstraße im Klinikviertel begonnen, Kutschen zu bauen. Satte 140 Jahre später gibts seine Firma immer noch. Kutschen allerdings werden inzwischen nicht mehr gebaut.

Brackel. Nachdem die Firma lange darauf spezialisiert war, 7,5-Tonner für den Brauereibetrieb umzubauen, sind es heute eher die individuellen Kundenwünsche, die die Firma versucht zu erfüllen. Das können ausgefallene Polsterungen sein, Oldtimer, die restauriert werden sollen, oder ein neues Verdeck für ein schickes Cabriolet.

Ein anderer Geschäftszweig sind die Umbauten, die zum Beispiel Straßen.NRW für seine Streckenkontrollfahrzeuge benötigt, oder auch die Stadt Dortmund für ihre Grünpflege - zum Beispiel mit fest eingebautem Häcksler.

Schwere Eisenteile

Betriebsleiter Michael Glittenberg (53) ist schon seit den 70er Jahren dabei. "Damals war alles noch ganz anders", sagt er, "da mussten wir die schweren Eisenteile durch die Halle schleppen.

Manchmal haben wir sechs Wochen Nieten in einen Aufbau geschlagen, heute verbauen wir vorgefertigte Teile." Klar, dass man dafür weniger Personal braucht. Waren es mal 80 Leute, die bei Rose arbeiteten, sind es heute noch 25 - größtenteils Karosserie- und Fahrzeugbauer.

Zu Beginn der 80er-Jahre wurde die Wilhelmstraße verkehrsberuhigt. Für die LKW, die zu Rose wollten, gab es kein Durchkommen mehr. Die Firma entschloss sich zum Umzug an die Oberste-Wilms-Straße in Brackel, wo sie seither residiert.

Für Geschäftsführer Jochen von Kemp (41) ist es vor allem das Werben um die Kunden, das sich gegenüber früheren Zeiten verändert habe. Es gebe nicht mehr den klassischen Kunden, der dem Betrieb 35 Jahre am Stück treu bleibe.

Man müsse heute viel mehr tun, um alte Kunden zu halten und neue zu bekommen. Die Firma Rose tut das unter anderem mit modernen Internet-Kommunikationsmitteln wie Facebook, Twitter oder You-Tube.

Qualität soll überzeugen

Und nicht zuletzt soll natürlich die Qualität den Kunden von Rose überzeugen. Und so ist die Firma stolz auf ein Zertifikat mit dem Titel "DIN ISO 9001" - eine Qualitätsmanagementnorm. Und auch auf den Ausbildungspreis der Wirtschaft ist das Unternehmen stolz.
90 Prozent der Mitarbeiter seien im eigenen Betrieb ausgebildet worden, so von Klemp. Einige von ihnen hätten keinen besonders guten Schulabschluss, hätten aber gezeigt, dass sie praktisches Geschick haben.
Karosseriebau und Sattlerei

  • Neben dem Fahrzeugbau sind die weiteren Schwerpunkte der Firma Rose der Karosseriebau und die Sattlerei.
  • Dabei führt das Unternehmen auch Reparaturen und Restaurationen aus.

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