Dortmunder beklagen sich wegen Knöllchen über das Ordnungsamt

Das gibt ein Knöllchen: So darf dieser Wagen hier nicht stehen. Die Anwohner der Albrecht-Dürer-Straße in Dortmund ärgern sich, dass das Ordnungsamt ohne Vorwarnung Vergehen ahndet, um die sich in den 35 Jahren zuvor niemand geschert hat.
Das gibt ein Knöllchen: So darf dieser Wagen hier nicht stehen. Die Anwohner der Albrecht-Dürer-Straße in Dortmund ärgern sich, dass das Ordnungsamt ohne Vorwarnung Vergehen ahndet, um die sich in den 35 Jahren zuvor niemand geschert hat.
Foto: Andreas Schröter
Die Anwohner der Albrecht-Dürer-Straße in Dortmund sind sauer. Die Stadt hat neulich allen ein Knöllchen verpasst, die ihr Auto mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig geparkt haben.

Dortmund.. Das Dortmunder Ordnungsamt hat in der Albrecht-Dürer-Straße Knöllchen wegen Falschparkens verteilt. Die Anwohner sind verärgert. "Ich wohne seit über 35 Jahren in der Malersiedlung", sagt Marion Lueg. "Ein reines Wohngebiet ohne ausgewiesenen Parkraum. Hier werden die Pkw seit 35 Jahren auf der rechten und linken Seite geparkt. Dabei stehen die Fahrzeuge mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig. Und dies ohne jegliche Probleme." Natürlich sei ihr klar, dass ein gefühltes Gewohnheitsrecht nicht die Straßenverkehrsordnung § 12 "Halten und Parken" umschreibe.

Aber in einer Nacht- und Nebelaktion den Haltern der Fahrzeuge ein Knöllchen an die Scheibe zu hängen, das nennt sie fehlendes Feingefühl. So gehe man nicht mit den Bürgern seiner Stadt um. Und weiter: "Wenn aus welchen Gründen auch immer die Fahrzeughalter nun nach 35 Jahren lernen sollen, dass dies nicht erlaubt ist, hätte ich mir gewünscht, dass aufgrund der Fairness die Halter zuerst darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Zuwiderhandlung gezahlt werden muss. Ein Infoblatt statt Knöllchen hätte ich bürgerfreundlich und angemessen gefunden."

Es könne auch "Absurdistan" sein

Sie habe immer gedacht, sagt Marion Lueg, sie wohne in Dortmund, also einer Stadt mit Menschen mit gesundem Menschenverstand, einer Stadt, die ihre Dortmunder möge, einer Stadt, die erst durch die Bürger dieser Stadt zu dem werde, was sie sei. Aber es könne auch "Absurdistan" sein.

Beate Siekmann, die Leiterin des Ordnungsamtes, entgegnet dazu: "Die Kontrolle der Verkehrsüberwachung in der Albrecht-Dürer-Straße wurde aufgrund einer Anwohnerbeschwerde durchgeführt, die ein zwingendes Handeln der Verkehrsüberwachung nach sich zieht. Eine ,Vorwarnung' erfolgt in solchen Fällen nicht, da die personellen Ressourcen dadurch zu stark gebunden werden. Die Verkehrsüberwachung konzentriert ihre Aktivitäten in den erweiterten Citybereich und die Stadtteilnebenzentren."

17 Verwarnungen erteilt

Die Anzahl der Beschwerden sei derzeit hoch in den Vororten. Durch das direkte und konsequente Einschreiten werde dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einem stärkeren Durchgreifen gegen Falschparker und nach Einhaltung der gesetzlichen Normen Rechnung getragen.

In der Albrecht-Dürer-Straße wurden 17 Verwarnungen erteilt. Außerdem, so Siekmann weiter, haben Bürgergespräche vor Ort stattgefunden, in denen den Anwohnern die rechtliche Situation nähergebracht worden sei. Die Verkehrsüberwachung werde auch in Zukunft im Rahmen der personellen Möglichkeiten in der Albrecht-Dürer-Straße Kontrollen durchführen.

 
 

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