Dortmund

„Niedere Beweggründe“: Warum die Polizei gegen die miesen A1-Gaffer nichts unternehmen konnte

Abbremsen, gucken, filmen: Das machen viele Autofahrer, wenn sie an Unfallorten vorbeikommen. (Symbolbild)
Abbremsen, gucken, filmen: Das machen viele Autofahrer, wenn sie an Unfallorten vorbeikommen. (Symbolbild)
Foto: Polizei Dortmund
  • Gaffer sorgten nach einem Unfall am Donnerstag für kilometerlange Staus auf der A1
  • Die Polizei Dortmund sagt: „Das ist ein unheimliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmer“
  • Bestraft werden die Gaffer von der A1 wohl nicht

Dortmund. Sie tauchen an Unfallorten auf wie Geier - und behindern die Rettungskräfte: Gaffer.

Am Donnerstag sorgten sie auf der A1 für kilometerlange Rückstaus in beiden Fahrtrichtungen. Der Grund war ein schwerer Unfall bei Schwerte. Ein Lkw und drei Autos waren ineinander gefahren.

Für viele Autofahrer auf der Strecke war das ein Anlass, abzubremsen und zu gaffen. So entstanden die Staus. Wieviele Autofahrer bremsten, konnte die Polizei Dortmund am Freitag nicht sagen.

Manche filmen sogar mit dem Handy mit

Der Ablauf sei aber immer gleich, sagt Polizeisprecherin Nina Vogt: Autofahrer sehen den Unfall, bremsen ab und holen in vielen Fällen sogar ihr Handy raus, um zu filmen.

„Das ist ein unheimliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmer - aus niederen Beweggründen“, sagt Vogt. „Wie würden die sich fühlen, wenn sie selbst einen Unfall hätten und angestarrt werden?“

Werden die Gaffer bestraft?

In diesem Fall wohl nicht. Denn die Polizei hatte vor Ort anderes zu tun, als Nummernschilder aufzuschreiben. Die Verletzten, die Unfallaufnahme und die Freigabe der Autobahn standen im Vordergrund. „Damit waren die Beamten vor Ort beschäftigt.“ Um die Gaffer zu überführen, fehlten hier Polizisten.

Warum gab es keine Schutzwände?

Die Polizei NRW hat an verschiedenen Unfallorten bereits Gaffer-Schutzwände eingesetzt. Doch das ist nicht immer eine Lösung - denn es dauert oft lange. „Die Schutzwände gehören Straßen.NRW. Sie müssen erstmal zum Unfallort gebracht werden. Das lohnt sich nicht immer“, erklärt Nina Vogt. Auch im Fall A1 wurde auf die Schutzwände verzichtet. Der Aufwand hätte sich schlicht nicht gelohnt.

Gegen Gaffer hilft wohl nur eins: Nachdrückliche Warnungen und Hinweise. Die Polizei Dortmund appelliert an Autofahrer: „Richten Sie ihren Blick auf den Verkehr und fahren Sie zügig an der Unfallstelle vorbei! Sie helfen damit weitere Unfälle zu vermeiden!“

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