Neun Fragen an OB-Kandidat Joachim Pohlmann (CDU/FDP)

Foto: WR/Franz Luthe

Dotmund. Neun Fragen hat die WR an die OB-Kandidaten Ullrich Sierau (SPD), Joachim Pohlmann (CDU/FDP/Bürgerliste) und Mario Krüger (Grüne) im Vorfeld der OB-Wahl am 9. Mai gestellt. Nun ist Joachim Pohlmann an der Reihe, der sagt: "Dortmund braucht einen Neuanfang."

1. Warum wollen Sie OB werden?

Joachim Pohlmann: Weil ich überzeugt bin, dass Dortmund jetzt einen Neuanfang braucht. Es kann nicht sein, dass wir bei der letzten Wahl belogen werden, als Lachnummer der Nation dastehen und dann trotz des Geredes über Transparenz und Dialog alles so weiterläuft wie bisher: Das OB-Gehalt wird einfach weitergezahlt, 60 000 € an Anwälte des Ex-OB werden als „normal” hingestellt, aber 34,- € für die Reparatur eines Spielgerätes sind nicht da, 700 000 € unterschlagene Barmittel aus dem Kokainskandal noch immer nicht aufgeklärt - das ist nicht Dortmund, das ist schamlos und beschämend: Ich mache Schluss mit Selbstbedienung.

2. Was machen Sie, wenn Sie nicht OB werden?

Pohlmann: Diese Frage stelle ich mir derzeit zwar nicht, aber ich gratuliere als Demokrat dem Sieger und wünsche ihm Erfolg. Ich gehe davon aus, dass die Menschen in unserer Stadt einen Politikwechsel wollen, einen Neuanfang mit konstruktiven Vorschlägen zur Haushaltskonsolidierung, die im Dialog mit den Bürgern erarbeitet werden.

Die Bürger haben genug von Lug, Trug und Kumpanei; sie sind bereit, neue Wege mitzugehen, wenn man sie nur mit ihnen diskutiert und nicht arrogant von oben herab Politik betreibt. Die Bürger wollen das Ende von verkrusteten Strukturen und ein Zurück zur Normalität. Dafür stehe und werbe ich.

3. Wo sehen Sie ihre eigenen persönlichen Stärken und Schwächen?

Pohlmann: Manchmal bin ich ein ungeduldiger Mensch. Hin und wieder geht es mir nicht schnell genug, wird Richtiges nicht zügig genug umgesetzt. Meine Stärke: Zuhören, das Gehörte prüfen und Richtiges entschlossen umsetzen - so arbeitet eben ein Anwalt. Den Menschen vertrauen, Initiative und Eigenkräfte zutrauen. Sagen, was man denkt, tun was man sagt. Nur so kann Politik verlässlich sein und Vertrauen zurück gewonnen werden.

4. Wo soll Ihrer Meinung nach gespart werden?

Pohlmann: Schluss mit Großprojekten, dem Gigantismus der SPD. Ordentliche Schulen und Straßen, ein gepflegtes Stadtbild. Die alltägliche Qualität „vor der Haustür" muss steigen. Öffnungszeiten der Bürgerdienste reduzieren, das tut niemandem weh. Bevor Schwimmbäder geschlossen werden, muss man ehrenamtliche Regie ermöglichen. Wenn Politik sparen will, muss sie mit gutem Beispiel vorangehen. Die politischen Gremien müssen kleiner werden. Wir können nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken.

5. Wo darf Ihrer Meinung nach nicht gespart werden?

Pohlmann: Im Bildungs-, Kinder- und Jugendbereich dürfen wir nicht an falscher Stelle sparen, einer ganzen Generation Chancen verbauen. In die Bildung muss gemeinsam mit dem Land für die Zukunft investiert werden (Basis: eine belastbare Schulentwicklungsplanung!) Ganztagsschulen in jedem Bezirk und der weitere Ausbau von U3 Betreuung und Kindertagesstätten mit Partnern - Unverzichtbar und finanziell auch möglich.

6. Wie würden Sie einem Auswärtigen die Stärken Dortmunds beschreiben?

Pohlmann: Dortmund ist liebenswert, mit großem Potenzial und Superlage: Zentral und verkehrsgünstig, Einfallstor zum Ruhrgebiet, die wahre Metropole Westfalens! Vielfältig erreichbar, hoher Erholungswert! Und: Wir haben den BVB, mit Tradition, mit sensationellem Publikum und toller Stimmung im größten Stadion Deutschlands. Eine sehenswerte Einkaufs- und Handelsstadt mit Erlebniswert, vielfältigem Kultur- und Bildungsangebot. Offene, direkte und ehrliche Menschen mit dem Herz am rechten Fleck. Dortmund: Stadt mit Geschichte, Standort für Hochtechnologie und Industrie, eine Quelle der Kraft, die wir nicht verleugnen, sondern entwickeln sollten!

7. Wie wollen Sie die steigende Politikverdrossenheit bekämpfen?

Pohlmann: Politik hat den Ruf, unehrlich und eigennützig zu handeln, abgehoben und nicht interessiert an den Belangen der Menschen. In Dortmund hat leider die SPD daran maßgeblichen Anteil. Als Bürger aus der Mitte der Gesellschaft will ich nicht länger meckern, sondern endlich handeln. Ehrlichkeit beseitigt Politikverdrossenheit.

Politik muss vorleben - nicht labern

Vor der Wahl ehrlich sagen, wie es um unsere Stadt bestellt ist, eigenes Versagen abstellen! Politik muss vorleben, was wir von den Bürgern auch erwarten. Nicht über eine Mio. € an Barmitteln veruntreuen lassen, sich nicht das OB-Gehalt weiter auszahlen lassen, obwohl man nur noch Dezernent ist. Politik muss die Menschen wieder ernst nehmen - zuhören, nicht labern.

8. Wenn ich OB werde, wird Dortmund in sechs Jahren….

Pohlmann: ….wirtschaftlich besser dastehen, Es wird ruhiger in der Verwaltung sein. Dortmund ist endlich raus aus den negativen Schlagzeilen, Vetternwirtschaft und Kumpanei haben ein Ende. Aufgabenkritik, Ausgabensenkung und eine verbesserte Wirtschaft erlauben, wieder optimistisch in die Zukunft zu schauen. Eine Gemeindefinanzreform gibt Dortmund Planungssicherheit und verlässliche Einnahmen. Das große Potenzial an „Miteinander”, an bürgerschaftli-chem Engagement ist gehoben und Politik mit den Menschen und für die Menschen hat vorzeigbare Ergebnisse.

9. Zum Schluss: Tippen Sie bitte das Wahlergebnis (die ersten drei Plätze in Prozent)

Pohlmann: Grün - Krüger: 14%, Rot - Sierau: 33%, Schwarz - Pohlmann: 35%.

 
 

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