Neuer Rechtsruck im Dortmunder AfD-Kreisvorstand

Die Dortmunder AfD tauscht ihren Vorstand aus.
Die Dortmunder AfD tauscht ihren Vorstand aus.
Foto: dpa
Stühlerücken im Vorstand der Dortmunder AfD: Mit Patrick Wilke steht nun ein Parteimitglied von zweifelhaftem Ruf an der Spitze - es geht um Gewalt.

Dortmund.. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat fast ihren gesamten Kreisvorstand ausgetauscht. Dafür steht jetzt mit Patrick Wilke ein Parteimitglied von zweifelhaftem Ruf als Sprecher an der Dortmunder Spitze. Denn laut der Ratsfraktion "Die Linke & Piraten" ist Wilke in Antifa-Kreisen bekannt für "seine ausgeprägte Gewaltbereitschaft". So soll Wilke laut dem Internet-Medium "Zwischenzeit" im vergangenen Februar im Mainzer Wahlkampf als Helfer aufgetreten sein und eine Antifaschistin mit Pfefferspray angegriffen haben.

Im Nachgang versuchte Wilke, die Berichterstattung über den Vorgang zu verhindern. Doch wie ein Sprecher des Landgerichts Mainz auf Nachfrage bestätigte, unterlag die AfD Rheinland-Pfalz bei dem Versuch, eine Unterlassungserklärung zu erwirken. Auf Nachfrage sagte Wilke am Donnerstag: "Was da genau war, weiß ich nicht mehr." Es habe keine Angriffe von seiner Seite gegeben, sondern nur eine Abwehrreaktion.

Weiterer Vorfall kursiert im Netz

Ein weiterer Vorfall kursiert im Netz. Danach soll Wilke zwei Demonstrantinnen gegen den Bundeskongress der Jungen Alternative im Juli in Bingen tätlich angegriffen haben. Anschließend wurden im Binger Krankenhaus Rippen- und Handgelenksprellungen bei den beiden Frauen diagnostiziert. Wilke spricht von "Notwehr", die nach Angriffen mit unbekanntem Pulver auf ihn "erfolgen" könne. Es sei "ein starkes Stück", wenn er nun öffentlich als Gewalttäter diffamiert werde.

Heiner Garbe, Chef der AfD-Ratsfraktion und früherer Vize-Sprecher des Kreisverbandes, will die Vorwürfe gegen Wilke nicht kommentieren. Zu der Abwahl des fast kompletten alten Vorstands, sagt er: "Wir hatten sowieso vor, uns zu trennen." Er und seine beiden Ratsfraktionskollegen Peter Bohnhof und Andreas Urbanek hätten dem Kreisverband das Angebot gemacht, nur noch für ein Jahr als Team anzutreten, damit für die anstehenden Wahlkämpfe das Organisations-Know-how nicht verloren gehe.

120 Mitglieder in Dortmund

Die AfD, die rund 120 Mitglieder in Dortmund zählt, ist mit ihrem neuen Vorstand nicht hausieren gegangen. Nur auf Facebook gab es zweieinhalb Wochen später eine Mitteilung. Utz Kowalewski, Chef der Ratsfraktion "Die Linke& Piraten" kommentiert den erneuten Rechtsruck der AfD in Dortmund so: "Ob angesichts des erneuten Personalaustausches die Radikalisierungstendenzen der AfD-Ratsfraktion noch zunehmen werden, bleibt abzuwarten. Argumentativ bewegen sich die AfD-Vertreter ohnehin bei ihrem Hauptthema auf einer Linie mit den Vertretern von NPD und Rechten."

Im August 2016 war bereits fast der gesamte Dortmunder AfD-Vorstand aus der Partei ausgetreten, nachdem Frauke Petri und Alexander Gauland die Macht übernommen und die Partei weiter nach rechts gerückt hatten. Die drei Dortmunder Ratsvertreter Garbe, Urbanek und Bohnhof übernahmen nach dem Rutsch ins rechte Lager wichtige Positionen im Kreisvorstand.

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