Neuer Landesplan für Flughafen basiert auf 15 Jahre alten Daten

Die Einstufung des Dortmunder Flughafens in die zweite Liga der NRW-Airports basiert auf völlig veralteten Zahlen. Das bestätigte die Staatskanzlei auf Nachfrage unserer Redaktion. Beim Passagieraufkommen der einzelnen Flughäfen wurde auf Daten von 1999 zurückgegriffen - also auf Zahlen von vor der Eröffnung des neuen Terminals.

Dortmund. Das neue Flughafen-Terminal in Dortmund wurde im Jahr 2000 eröffnet. Seitdem hat sich viel verändert bei Flugzielen und Passagierzahlen. Der Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP), der dem Dortmund-Airport nur regionale Bedeutung bescheinigt, fußt allerdings auf Daten von 1999.

Der Vorwurf, veraltete Daten zu verwenden, hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) erhoben. Sie kritisiert ebenso wie die Flughafen GmbH die Einstufung des Dortmunder Flughafens im Entwurf des Landesentwicklungsplan als "nur" regional bedeutsam. Landesbedeutsam wären demnach nur die Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Münster.

Konzept von 2000

Und offensichtlich erhebt die IHK den Vorwurf zu recht: Denn die Staatskanzlei NRW bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion die veraltete Datenbasis. "Die Einstufung des Dortmunder Flughafens geht auf die gültige NRW-Luftverkehrskonzeption vom Dezember 2000 zurück, die nach Vorliegen der Luftverkehrskonzeption des Bundes überarbeitet werden soll. Danach handelt es sich beim Flughafen Dortmund um einen Regionalflughafen. Diese Einstufung ist in den Entwurf des LEP lediglich übernommen worden", erklärte ein Sprecher.

Nach den Daten, die Basis für die damals verabschiedete NRW-Luftverkehrskonzeption waren, hatte der Dortmunder Flughafen 1999 700.000 Fluggäste. Nach der Eröffnung des neuen Terminals im Herbst 2000 stieg die Zahl auf zuletzt knapp 2 Millionen Passagiere. Der Flughafen Münster, der im LEP als landesbedeutsam eingestuft wird, hat dagegen im Vergleich zu 1999 fast eine Halbierung der Fluggast-Zahl von damals 1,6 Millionen hinnehmen müssen.

Oliver Volmerich