Neuer Dortmunder Hauptbahnhof in Planung

Gregor Beushausen
Die Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof und der Fußgängertunnel sollen umgebaut werden. Fotos: Franz Luthe
Die Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof und der Fußgängertunnel sollen umgebaut werden. Fotos: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Wird’s doch noch was mit dem „großen“ Bahnhofsumbau? Die Bahn AG will in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ihren Entwurf für einen mehr oder weniger „neuen“ Hauptbahnhof in Dortmund vorstellen: mit einem deutlich größeren Personentunnel, mit Aufzügen zu den Bahnsteigen und mit einer direkten Verbindung zwischen Bahnhofs- und Stadtbahntunnel im Norden des Gebäudes. Das bestätige der Düsseldorfer Bahnsprecher Udo Kampschulte auf Anfrage.

Zur Erinnerung: Die derzeitigen Arbeiten der ersten Baustufe beschränken sich auf die Empfangshalle, die großzügiger und mit mehr Verkaufsflächen ausgestattet wird. Worauf Dortmund wartet, ist die zweite Baustufe: der eigentliche Umbau, der zuletzt mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt wurde. Ob und wann die Bahn ihre eigenen Umbaupläne realisieren wird, hängt (mal wieder) von Zuschüssen der öffentlichen Hand ab - und davon, wann die schnelle Städteverbindung namens „RRX“ aufs Gleis gesetzt werde, wie Kampschulte sagt.

Wenn die Bahn mit dem „großen Umbau“ startet, sollen die Stadtbahnbauer im Tiefgeschoss des Bahnhofsgebäudes des Feld möglichst schon geräumt haben. Otto Schließler, Chef im Stadtbahnbauamt, plädiert dafür, den Umbau der unterirdischen Haltestelle vorzuziehen. „Wir müssten innerhalb der nächsten fünf Jahre starten.“ Tatsächlich liegen Schließlers Mannen mit ihrem Entwurf für eine neue Stadtbahnstation in den letzten Zügen. Auf dem Papier steht die 1. Baustufe - und die sieht an beiden Seiten doppelt so breite Bahnsteige vor und großzügigere Zugänge aus Richtung Süden. Im Entwurf ist der Rohbau fertig, in Kürze soll der Wettbewerb für Wandgestaltung und Beleuchtung ausgeschrieben werden.

Ebenfalls in den Plänen enthalten: die seit langem gewünschte Direktverbindung vom Stadtbahn- zum Eisenbahntunnel im nördlichen Abschnitt des Gebäudes. „Die Abstimmung mit der Bahn läuft eng und gut“, sagt Schließler. Kosten: rund 30 Millionen Euro. Die muss die Stadt nicht allein tragen. Die übliche Kosten-Nutzen-Analyse habe ergeben, dass der Umbau im Grundsatz zuschussfähig sei.

Und natürlich hat Schließler das Wort von Ex-Ex-NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann im Kopf, der am 16. Mai 2003 vor dem Verkehrsausschuss des Landtages Zuschüsse in Höhe von 29 Mio. Euro versprochen hat. Sollte auch die Bahn ihre Pläne durchziehen, eröffnet sich die einmalige Chance, dem gesamten Umfeld ein würdiges Großstadt-Gesicht zu geben: Der Omnibusbahnhof weicht in den Norden und macht dem DFB-Fußballmuseum Platz. Für die weiteren Bahnflächen auf der Nordseite haben sich laut OB Sierau Investoren gemeldet. Weshalb der OB jetzt erwägt, dem Rat einen städtebaulichen Wettbewerb vorzuschlagen.