Neue Wertstoff-Tonne soll Gelbe Tonne ersetzen

Rolf Maug
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Dortmund. In Dortmund soll es ab 2011 eine neue Abfalltonne geben. Der Stadtrat hat am Donnerstag die "Wertstofftonne" beschlossen, die die gelbe Tonne ersetzen soll. Neben Grüner-Punkt-Müll gehören alle Wertstoffe hinein - also alle Metalle, Kunstoffe und Co.

Die Stadt Dortmund will mehr Wertstoffe als bislang aus der grauen Restmülltonne heraushalten und in den Produktionskreislauf zurückschleusen. Und: Die Bürger sollen es künftig leichter haben, beim Recycling mitzuhelfen.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag die städtische Entsorgungstochter EDG damit beauftragt, die vorhandenen gelben Tonnen (nur für Leichtverpackungen mit dem grünen Punkt) ab 1. Januar 2011 zu einer echten Wertstofftonne aufzuwerten.

Leerung zum Nulltarif

In die neue Gelbe Tonne sollen die Bürger zunächst alle Arten von Metallen, Kunststoffen und Verbundmaterialien werfen dürfen (später mehr, je nach technischem Fortschritt). Die Leerung erfolgt alle 14 Tage. Und zwar zum Nulltarif.

Die so gesammelten Reststoffe werden von der EDG sortiert und - soweit schon technisch möglich und wirtschaftlich - aufbereitet und wieder als Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf eingeschleust. Die Verpackungen mit dem grünen Punkt sollen - falls überhaupt noch nötig - an den Recyclinghöfen abgegeben werden können; alternativ werden Gelbe Säcke ausgegeben und alle vier Wochen am Straßenrand eingesammelt.

Gelbe Tonne leistet nicht, was sie verspricht

Die Umstellung auf die ressourcenschonendere Wertstofftonne dürfte den Müllbürgern selbst noch die wenigsten Probleme bereiten. Denn alle Erfahrungen mit der Gelben Tonne lehrten, dass die Nutzer ihr wesentlich mehr zutrauten, als sie tatsächlich leisten sollte und konnte. Bei der Sortierung stellte sich heraus: Nur etwa 50 Prozent der erfassten Mengen (etwa 15 000 Tonnen im Jahr) bestanden aus Verpackungen mit dem Grünem Punkt - klassisches Beispiel: der Joghurtbecher.

Mit der Entscheidung, ihr im Jahre 2004 zuletzt aktualisiertes Abfallwirtschaftskonzept fortzuentwickeln, reagiert Dortmund als eine der ersten Städte bundesweit auf den Entwurf für die Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, den Bundesumweltminister Norbert Röttgen - wie berichtet - Anfang März vorgelegt hatte.

Wertstofftonne soll gelbe Tonne ersetzen

Röttgens Ziel ist es, die Gelbe Tonnen durch eine Wertstofftonne für Kunststoffe und Metalle aller Art zu ersetzen, um - wichtig für das eher rohstoffarme Deutschland - mehr Reststoffe für die Wiederverwertung zu gewinnen. Außerdem will der Umweltminister die Bürger dazu verdonnern, spätestens ab 2015 ihre organischen Abfälle getrennt zu sammeln (Braue Tonne) und ins Recycling zu geben.

In Dortmund rennt der Umweltminister mit dieser Forderung offene Türen ein: Hier sammelt die EDG schon seit Mitte der 90er den Biomüll flächendeckend getrennt ein - also auch in den dicht bewohnten Innenstadtbezirken.