Neue Impulse für die lokalen Medien

Dortmund. Vom 27. bis zum 29. Januar findet das 18. Forum Lokaljournalismus in Dortmund statt. Was die Veranstaltung ausmacht und welche Ziele sie verfolgt, darüber hat die Journalistin Anke Vehmeier mit dem Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, gesprochen.

Was ist das Forum Lokaljournalismus und warum tagt es in Dortmund?

Thomas Krüger: Das Forum Lokaljournalismus ist die zentrale Veranstaltung im Journalistenprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Es tagt jedes Jahr im Januar an einem anderen Ort in Deutschland. Vom 27. bis 29. Januar 2010 findet es bereits zum 18. Mal statt und hat sich in dieser Zeit zum wohl renommiertesten Branchentreffen für Chefredakteure und leitende Redakteure deutschsprachiger Lokal- und Regionalzeitungen entwickelt.

Das Forum Lokaljournalismus hat immer auch einen Kooperationspartner. In diesem Jahr ist es die WAZ Mediengruppe. Aus Anlass der Ruhr 2010 kommen wir natürlich gerne ins Ruhrgebiet. Da wir vor einigen Jahren bereits in Essen getagt haben, findet der Kongress nun in Dortmund statt.

Welches Ziel hat das Forum Lokaljournalismus?

Wir wollen den Lokaljournalismus auf den Prüfstand stellen und aktuelle Entwicklungen analysieren. Es geht aber auch darum, dem Lokaljournalismus immer wieder neue Impulse zu geben. Beim Forum bieten wir den Teilnehmern eine unabhängige Plattform, auf der sie Zukunftsfragen mit Praktikern, Politikern und Wissenschaftlern diskutieren können. Gleichzeitig wollen wir zur Qualitätssicherung im Journalismus beitragen. Dazu schauen wir gerne über den Tellerrand. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir auch in Dortmund wieder so viele internationale Referenten und Referentinnen im Programm haben. Sie werden uns ihre Perspektiven aufzeigen und damit sicherlich auch Ideen für die eigene Arbeit geben können.

Welches ist das Leitmedium der Zukunft?

Die lokalen Medien gehören definitiv dazu! Sie sind nah dran an ihren Lesern, ihre Stärke ist es, große Politik greifbar zu machen und auf den Lebensalltag der Menschen zu beziehen. Und mit lokalen Medien meine ich nicht nur die lokale Tageszeitung sondern den lokalen journalistischen Medienmix. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss sich der Lokaljournalismus radikal ändern. Das Denken in Mediengattungs-Schubladen sollte ein Ende haben, denn Print allein wird gegen die Medienvielfalt nicht bestehen können. Der ein oder andere Verlag hat sich zu lange auf früheren Erfolgen ausgeruht und die neuen Medien als Konkurrenz nicht wirklich ernst genommen. Nun sprechen Umsatz- und Reichweitenzahlen eine deutliche Sprache. Eine Reihe Zeitungsverlage haben die Trendwende vollzogen oder stehen vor revolutionären Wandlungen. Wir haben einige Verleger eingeladen, die ihre Ideen in Dortmund präsentieren und zur Diskussion stellen werden. So unterschiedlich die Wege auch sein mögen, das Ziel muss dasselbe sein: die Qualität der lokalen Berichterstattung steht im Vordergrund.

Was bedeutet Qualität im Lokaljournalismus?

Zunächst einmal gelten hier die journalistischen Grundwerte wie Seriosität, Ausgewogenheit, Vollständigkeit und Aktualität, die den Menschen Orientierung und Hilfestellung geben, ohne sie zu vereinnahmen. Das ist entscheidend für die Meinungsbildung in der Demokratie. Dazu müssen neue Werte wie Interaktivität und Transparenz kommen, die das Publikum am Internet schätzt.