Neonazis müssen sich wegen Überfalls auf Mai-Kundgebung verantworten

Drei Jahre nach dem Überfall von Neonazis auf eine 1.Mai-Kundgebung des DGB in Dortmund müssen sich zwei der mutmaßlichen Rädelsführer vor Gericht verantworten.
Drei Jahre nach dem Überfall von Neonazis auf eine 1.Mai-Kundgebung des DGB in Dortmund müssen sich zwei der mutmaßlichen Rädelsführer vor Gericht verantworten.
Foto: Rottmann
Zwei mutmaßliche Neonazis stehen seit Freitag in Dortmund vor Gericht. Sie werden beschuldigt als Rädelsführer einen Angriff auf eine Mai-Kundgebung in Dortmund vor drei Jahren organisiert zu haben. Dabei hatte es mehrere Verletzte gegeben. Die Angeklagten bestreiten im Prozess die Vorwürfe.

Dortmund. Wegen des drei Jahre zurückliegenden Überfalls von Neonazis auf die 1. Mai-Kundgebung des DGB in Dortmund müssen sich seit Freitag zwei der mutmaßlichen Rädelsführer vor Gericht verantworten. Am Amtsgericht Dortmund begann ein Prozess wegen Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Die beiden 26 und 28 Jahre alten Angeklagten sollen den Überfall von rund 400 Neonazis auf die DGB-Demonstration organisiert haben.

Zum Prozessauftakt wiesen die Angeklagten die Vorwürfe weitgehend zurück. Nach ihren Angaben war der Angriff nicht organisiert worden, sondern spontan erfolgt. Sollten die beiden Männer verurteilt werden, droht ihnen eine Geld- oder eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Angriff war offenbar geplant

Bei der Mai-Kundgebung 2009 waren mehrere hundert Neonazis vom Hauptbahnhof in die Innenstadt gelaufen und hatten die Veranstaltung angegriffen. Bei den Zusammenstößen hatte es mehrere Verletzte gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die beiden Angeklagten einen nicht angemeldeten Aufmarsch organisiert und den Angriff geplant hatten. In anderen Verfahren wurden bereits mehr als 20 Neonazis wegen der Übergriffe vom 1. Mai verurteilt.

Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am 19. Juni verhängt werden. Laut einem Gerichtssprecher könnte es aber zu Verzögerungen kommen, da die Verteidigung den damaligen Innenminister Ingo Wolf (FDP) als Zeugen laden lassen wollte. (dapd)

 
 

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