Neonazis demonstrieren in Dortmund — Blockade geplant

Die Partei "Die Rechte" ruft für 15 Uhr zu einer Standkundgebung auf der Katharinenstraße auf.
Die Partei "Die Rechte" ruft für 15 Uhr zu einer Standkundgebung auf der Katharinenstraße auf.
Foto: WNM
Die Partei "Die Rechte" will am 23. August in Dortmund gegen das vor zwei Jahren verhängte Verbot des Nationalen Widerstands Dortmund protestieren. Das "Blockado"-Bündnis will zwei Stunden eher da sein und den Platz besetzen. Damit wollen die Neonazi-Gegner eine andere Großveranstaltung schützen.

Dortmund. Am Samstag, 23. August, wollen Neonazis auf der Katharinentreppe, gegenüber des Hauptbahnhofs, gegen das Verbot des Nationalen Widerstands Dortmund demonstrieren. Gegner planen eine Blockade. Zeichnet sich damit nach der Rathaus-Blockade am Kommunalwahl-Abend im Mai ein neuer Verdachtsfall von kollektiver Nötigung ab?

Blockado-Sprecher Stephan Michaelis ist tiefenentspannt: "Blockaden verstehen wir als zivilen Ungehorsam. Wir kommunizieren sehr offen, dass eine Nötigungs-Anzeige als Folge einer Blockade etwas Ärger einbringen kann. Aber wir nehmen das in Kauf, weil Blockaden notwendig sind, um effektiv gegen Nazis zu protestieren."

Die Partei "Die Rechte" ruft für 15 Uhr zu einer Standkundgebung auf der Katharinenstraße auf. Die Polizei rechnet mit 50 Teilnehmern. Blockado bereitet im Hintergrund eine Blockade vor, mobilisiert seine Mitglieder und will die Katharinentreppe schon um 13 abschotten, um Nazis am Zugang zu hindern.

Vor der letzten großen Nazi-Demo am 1. Mai 2014 hatte das Bündnis den Bahnhof Westerfilde blockiert und so die Anreise der Rechtsextremisten gestört und verzögert.

Solidarität mit Christopher Street Day

Mit dieser Blockade wollen die Nazi-Gegner den "Christopher Street Day" (CSD) an der Reinoldikirche in der Innenstadt schützen. Der CSD ist ein öffentliche Party von Homosexuellen. "Nazis sind für Schwule und Lesben eine Gefahr. Wir sind mit den CSD-Leuten solidarisch", begründet Stephan Michaelis den Blockade-Versuch.

Zwischen Reinoldikirche und Katharinenstraße liegen 650 Meter. Der Sprecher weiter: "Wir demonstrieren friedlich und gewaltfrei. Wir wollen keine Eskalation."

 
 

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