Neonazi soll Frau und Linken geschlagen haben

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Der 32-jährige Neonazi, der laut Anklage einem Studenten aus der linken Szene am 4. September 2008 im Vorfeld der Demonstration gegen Rechts das Nasenbein brach, soll an jenem Tag auch eine junge Frau auf dem Westenhellweg geschlagen haben.

Eine Behauptung der Anwältin des Studenten, die Gericht, Staatsanwaltschaft und auch Verteidigung gestern überraschte – an einem Verhandlungstag, an dem eigentlich das Urteil gesprochen werden sollte. Am 5. Januar will die 45. Strafkammer nun jene junge Frau aus der linken Szene als Zeugin hören.

2800 Euro Geldstrafe für Schlag auf die Nase

Damit wird sich der Berufungsprozess gegen den Mann aus der rechten Szene in die Länge ziehen. In erster Instanz hatte ein Amtsrichter den 32-Jährigen zur Zahlung von 2800 Euro Geldstrafe und zusätzlich 800 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Ein Urteil, gegen das sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung Berufung eingelegt hatten. Den Anklägern war es zu mild, die Verteidigung hatte Freispruch beantragt. Wiederholt hatte der Neonazi behauptet, vor der Demo an der Katharinentreppe lediglich Flugblätter verteilt zu haben – was die Freundin des später verletzten Studenten ebenso hartnäckig wie mutig boykottierte.

Nach dem Schlag auf die Nase gelang dem Studenten damals auf dem Westenhellweg zunächst die Flucht – bis er sich an der nächsten Ecke einer Gruppe von vier bis fünf Neonazis ausgeliefert sah. Diese Männer konnten bisher jedoch nicht ermittelt werden.

 
 

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