Neonazi nach Randale auf Demo verurteilt

Foto: WR/Franz Luthe
Zu sechs Monaten mit Bewährung verurteilte das Amtsgericht einen Neonazi, der am 3. September 2011 auf dem Friedensfest zum Antikriegstag in Dorstfeld randaliert hatte. Der 26-Jährige muss zudem 800 Euro Geldbuße zahlen. Er hatte herumgepöbelt und sich mit der Polizei angelegt.

Dortmund. Der 3. September 2011. Dortmunds Bürger gehen zum „Antikriegstag“ auf die Straße, zeigen Flagge gegen Rechts. So auch am Abend beim Friedensfest auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld. Doch plötzlich tauchen betrunkene Neonazis auf dem Platz auf, pöbeln herum. Einer von ihnen ist gestern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit Bewährung verurteilt worden und muss zudem 800 Euro Geldbuße zahlen.

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung, Körperverletzung und Beleidigung warf die Staatsanwaltschaft dem 26-Jährigen vor. „So etwas wird nie wieder vorkommen. Ich will nicht mehr trinken, werde jetzt Vater und habe auch Arbeit“, beteuerte er an der Seite seines Verteidigers Ulrich Bambor wortreich. Künftig will er sich auch nur noch um seine junge Familie statt um seine braunen Freunde kümmern.

Mit knapp 2 Promille „Hitlergruß“ gezeigt

Mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut erschien der Rechte am Abend des 3. September auf dem Wilhelmplatz. Pöbelte herum, hob den rechten Arm zum „Hitlergruß“. Wegen „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ hatte das Gericht in der Vergangenheit dafür bereits eine Geldstrafe von 1800 Euro verhängt, diese Strafe floss gestern in das Urteil ein.

Einer der Polizisten wurde leicht verletzt

Da er den Platzverweis, den die Beamten ihm damals erteilten, nicht befolgte, wurde er im Streifenwagen ins Präsidium transportiert – wogegen er sich heftig wehrte. Diverse Kopfstöße verfehlten die Polizisten nur knapp, ein Tritt traf einen Beamten in den Bauch. Der blieb zum Glück unverletzt. Sein Kollege dagegen zog sich bei dem Versuch, dem volltrunkenen Angeklagten Handschellen anzulegen, eine leichte Prellung des Fingers zu. Nebenbei wurden zahlreiche die Polizisten unter anderem als „Hurensöhne“ und „Wichser“ beschimpft.

„Suchen Sie sich einen anderen Bekanntenkreis“

Dass der zukünftige Vater um ein Haar im Gefängnis hätte landen können, machte ihm Amtsrichter Michael Tebbe mit eindringlichen Worten klar. „Sehen Sie zu, dass Sie sich einen Bekanntenkreis schaffen, in dem es nicht üblich ist, sich auf Plätzen zu schlagen.“

 
 

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