Dortmund

Neonazi-Aufmarsch in Dortmund: Jetzt ziehen Polizei und Staatsanwaltschaft Konsequenzen

Nazi-Aufmärsche in Dortmund.
Nazi-Aufmärsche in Dortmund.
Foto: Twitter/Korallenherz

Dortmund. Sie skandieren antisemitische Parolen, zündeten Pyrotechnik: Rund 90 Neonazis marschierten am Freitagabend durch die Dortmunder Stadtteile Dorstfeld und Marten, Videos im Netz zeigen das Geschehen.

Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Nun hat die Staatsanwaltschaft Dortmund gemeinsam mit der Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Der Anfangsverdacht ergebe sich aus den skandierten Parolen, den gezeigten Spruchbändern und den äußeren Gesamtumständen der Demonstrationen, so die Staatsanwaltschaft.

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Auch Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hat sich mittlerweile zu den Vorfällen in Dorstfeld und Marten geäußert: „Ich bin froh und erleichtert, dass diese antisemitische Hetze in einem Strafverfahren mündet.“

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Was war passiert?

Auf zwei angemeldeten Demonstrationen von Rechtsextremisten in den Dortmunder Stadtteilen Dorstfeld und Marten war es am vergangenen Freitag zu antisemitischen Äußerungen gekommen. Dabei sei es, laut Zeugen immer wieder zu offen rassistischen Äußerungen gekommen. Unter anderem soll mehrfach der Satz „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“ skandiert worden sein.

Kritik hatte es am Verhalten der Polizei gegeben. So hatten Anwohner berichtet, dass zu wenig Beamte beim Aufmarsch dabei gewesen wären. Die Polizei wies diesen Vorwurf zurück. Am Sonntag teilte man mit, dass 80 Einsatzkräfte die Demonstration begleitet hätten.

Zeitgleicher Polizeigroßeinsatz in der Nordstadt

Jedoch hatte es nur wenige Kilometer entfernt, in der Dortmunder Nordstadt einen zeitgleichen Einsatz der Polizei gegen Clan-Kriminalität gegeben. Kritiker werfen der Polizei eine unglückliche Planung vor.

Die Dortmunder Polizei hatte zuvor noch versucht, die Aufmärsche verbieten zu lassen. Dies war aber sowohl vor dem Verwaltungsgericht als auch dem Oberverwaltungsgericht gescheitert.

 
 

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