Neo-Nazis müssen für Klebe-Aktion zahlen

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Sie verunzierten mit ihren unsäglichen Parolen ein ganzes Bushäuschen: Wegen Sachbeschädigung müssen zwei Neo-Nazis Geldstrafen in Höhe von 750 und 450 Euro zahlen, so lautete am Mittwoch, 13. September, ein Urteil im Amtsgericht. Für Richterin Dr. Dorothea Bertling bestand kein Zweifel daran, dass die beiden 28 und 25 Jahre alten Männer am 19. Juli 2010 eine Haltestelle an der Heyden-Rynsch-Straße in Dorstfeld mit „braunen“ Aufklebern und Flugblättern zukleisterten.

Die Differenz bei der Geldstrafe erklärt sich durch die unterschiedliche finanzielle Situation der beiden Bekannten, die gestern zu den Vorwürfen schwiegen. Der 28-Jährige hat ein eigenes Einkommen bei einer Sicherheitsfirma, der Jüngere verdient nichts. „Ich lebe bei meinen Eltern“, so seine Aussage. Auf die Frage der Richterin, ob er zu Hause Kostgeld abliefert, sagte er lässig zurückgelehnt: „Wovon sollte ich denen was zahlen? Ich habe nichts. Und ich habe auch nichts gelernt.“

„Einer schob Wache, die anderen hatten einen Quast in der Hand“

Einem Straßenbahnfahrer fiel am 19. Juli 2010 auf, wie sich eine Gruppe von Leuten an der Bushaltestelle zu schaffen machte. „Da stand so ein VW-Bulli. Einer schob daneben Wache, die anderen hatten einen Quast in der Hand und klebten alles zu.“ Im Nu war die Haltestelle damals voll geklebt mit Aufrufen, sich an der Rechten-Demo am 4.September 2010 zu beteiligen.

Polizei stellte Personalien der Angeklagten fest

Der Straßenbahnfahrer alarmierte sofort die Polizei. Die entdeckte den Bulli unweit der Bus-Haltestelle. „Es saßen vor allem Jugendliche drin, aber diese beiden Männer waren auch dabei“, sagte einer der beiden Polizisten. Ja, er sei sich ganz sicher. „Wir stellten in dem Bulli noch diverse Flugblätter, Aufkleber, einen Eimer und Tapetenkleister sicher.“ Man habe sämtliche Personalien festgestellt – darunter auch die der Angeklagten.

Dazu Amtsrichterin Dr. Dorothea Bertling: „Der Tatvorwurf ist für mich erwiesen. Auch, wenn Sie nicht direkt am Tatort von der Polizei gesichtet wurden, Sie saßen mit in dem Bulli und befanden sich im direkten Nahbereich.“

 
 

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