Nazi-Überfall vom Mai 2009 erst 2011 vor Gericht

Die Polizei kesselte am 1. Mai 2009 zahlreiche Nazis in der Dortmunder Innenstadt ein. Foto: Ralf Rottmann
Die Polizei kesselte am 1. Mai 2009 zahlreiche Nazis in der Dortmunder Innenstadt ein. Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund.. Gut 17 Monate sind nach dem gewalttätigen Überfall durch Rechtsextreme auf die Maikundgebung vergangen. Doch noch sind nicht alle Verfahren vor Gericht verhandelt worden. Auch die Verhandlung gegen die beiden mutmaßlichen Rädelsführer Dennis G. und Alexander D. sind noch offen.

Zum Hintergrund: Am 1. Mai 2009 hatten rund 400 Neonazis die Maikundgebung an der Hansastraße überfallen, waren dann marodierend in die Innenstadt gezogen. Dort konnte die Polizei einen Großteil der Randalierer festsetzen. „Insgesamt sind 27 Verfahren eingeleitet worden“, erklärte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Drei seien derzeit noch offen, u.a. gegen die beiden mutmaßlichen Haupttäter.

In den bislang verhandelten Verfahren sprachen die Richter sechs Freiheitsstrafen aus. Darunter sind zwei Strafen, die sich jeweils auf ein Jahr ohne Bewährung belaufen, die derzeit gravierendsten. Vier andere Beschuldigte wurden zu Bewährungsstrafen zwischen drei und acht Monaten verurteilt. Zudem wurden drei Jugendarreste ausgesprochen. In zehn Fällen wurden Geldstrafen verhängt, die sich auf ein bzw. zwei Monatsgehälter summieren.

Schöffengericht

„Wann das Schöffengericht gegen die beiden Haupttäter verhandeln wird, ist derzeit noch nicht festgelegt“, erklärte Dr. Gerhard Breuer, Sprecher des Amtsgerichtes. Vermutlich werde das Verfahren erst Anfang 2011 in den Plan aufgenommen. Nach Eingang würden die einzelnen Verfahren abgearbeitet, Haftsachen gingen naturgemäß vor.

Die beiden mutmaßlichen Haupttäter Dennis G. (25) und Alexander D. (27) wurden zusammen angeklagt. Ihnen werfen die Behörden Landfriedensbruch und einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vor. Sie sollen zu der Versammlung ohne Anmeldung aufgerufen haben, die Neonazis zu der Maikundgebung geführt haben. Es liegt kistenweise Akten und Videomaterial vor.

 
 

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