Nazi-Prozess nach Angriff auf Dortmunder Mai-Demo des DGB erst 2012

Am 1. Mai 2009 griffen gewaltbereite Rechte die Mai-Demo des Deutschen Gewerbschaftsbundes (DGB) an. Archivfoto: Michael Printz/photozeppelin.com
Am 1. Mai 2009 griffen gewaltbereite Rechte die Mai-Demo des Deutschen Gewerbschaftsbundes (DGB) an. Archivfoto: Michael Printz/photozeppelin.com
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Dortmund.. Auch zwei Jahre nach dem Nazi-Angriff auf die Dortmunder DGB-Demo am 1. Mai 2009 ist den mutmaßlichen Rädelsführern noch immer nicht der Prozess gemacht – für Ex-DGB-Chef Weber ein Unding.

Auf großes Unverständnis stößt bei Ex-DGB-Chef Eberhard Weber die Tatsache, dass die mutmaßlichen Rädelsführer auch zwei Jahre nach dem brutalen Überfall auf die 1. Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes noch immer nicht vor Gericht gestanden haben. „Das kommt doch einem Stillstand der Rechtspflege gleich“, empört sich Weber. Denn immerhin ereignete sich der Überfall am 1. Mai 2009.

Die ganze Sache habe damals eine völlig neue, bislang unbekannte Qualität gehabt, so Weber. Es habe Verletzte gegeben. Damals hatten sich rund 400 Neonazis an dem Überfall beteiligt. Sie waren nach einer Jagd durch die Innenstadt von der Polizei schließlich gestellt worden.

Kein Verständnis

Die mutmaßlichen Haupttäter der Dortmunder Nazi-Krawalle vom 1. Mai wurden zwar angeklagt, aber Dennis G. und Alexander D. die Verhandlungen sind bislang nicht gelaufen. Auf WR-Anfrage bestätigte Amtsgerichts-Sprecher Dr. Gerhard Breuer, dass die Verhandlung aller Voraussicht nach 2012 angesetzt werde. Einem früheren Termin stünden etliche Haftprüfungssachen vor.

Dafür hat Gewerkschafts-Mann Eberhard Weber kein Verständnis. „Das kommt doch einer Ermutigung der Täter vom gleich“. Immer wieder versuche man, Täter möglichst zeitnah nach ihren Vergehen vor Gericht zu stellen. Und beim Nazi-Angriff auf die Dortmunder DGB-Demo am 1. Mai passiere nichts. „Die zeitlichen Dimensionen entsprechen nicht den Dimensionen eines Rechtsstaates“, betont der ehemalige DGB-Chef.

 
 

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