Nach tödlichem Faustschlag hoffen Angeklagte auf Bewährung

Martin von Braunschweig
Einer der beiden Angeklagten - ein 24-jähriger Brackeler - entschuldigte sich beim Prozessauftakt bei der Familie des Toten.
Einer der beiden Angeklagten - ein 24-jähriger Brackeler - entschuldigte sich beim Prozessauftakt bei der Familie des Toten.
Foto: Jörn Hartwich
Im Prozess um den tödlichen Faustschlag auf einen 35-jährigen Familienvater vor der Reinoldikirche in Dortmund dürfen die beiden Angeklagten auf Bewährungsstrafen hoffen. Entsprechende Anträge hat Staatsanwalt Henner Kruse am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Schwurgericht gestellt. Das Urteil soll noch am Nachmittag verkündet werden.

Dortmund. Zwei Männer, die sich wegen eines tödlichen Faustschlags in Dortmund vor dem Landgericht verantworten müssen, können auf Bewährung hoffen. Staatsanwalt Henner Kruse bezeichnete das Geschehen vom August 2014 als "letztendlich tragischen Unglücksfall". Die beiden Angeklagten waren damals mitten in der Nacht in der Nähe der Reinoldikirche auf einen 35-jährigen Mann getroffen. Alle waren betrunken, das spätere Opfer pöbelte wohl auch etwas herum.

In diesem Moment sollen die jungen Männer beschlossen haben, dem 35-Jährigen eine Abreibung zu verpassen. Nach dem Faustschlag war das Opfer jedoch so unglücklich mit dem Kopf auf dem Gehweg aufgeschlagen, dass es schwere Schädel-Hirnverletzungen erlitt. Am Tag darauf starb der Mann im Krankenhaus.

Er hinterlässt eine Frau und eine kleine Tochter. In ihrem letzten Wort vor der Urteilsverkündung wandten sich die Angeklagten noch einmal direkt an die Angehörigen. "Glauben Sie bitte nicht, dass ich gefühlskalt bin", sagte einer. Und der andere ergänzte tonlos: "Ich wünschte so sehr, das alles wäre nie passiert."