Nach der Nazi-Demo: Blockaden Thema beim Dortmunder Friedensfest

Joachim vom Brocke
Foto: Linz/PiLi

Dortmund. „Über Blockaden ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, meinte NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider auf der Abschlusskundgebung „Für Dortmund. Gegen Rechts“ auf dem Wilhelmsplatz in Dorstfeld.

Das abschließende Friedensfest am Tag der Nazi-Demo in Dortmund mischte politische Diskussionen und Unterhaltungselemente. NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider regte etwa an, Blockaden als Ausdrucksform von Protest auf die Tagesordnung zu heben. Hier müsse die Politik neu nachdenken, lautete seine Empfehlung. Außerdem, so Schneider, solle wieder ernsthaft über ein Verbot der NPD nachgedacht werden: „Es kann und darf nicht sein, dass eine rechte Partei mit Steuermitteln verhätschelt wird.“

Zahlreiche Bürger hatten sich an diesem lauen Sommerabend auf dem Wilhelmsplatz getroffen. Unterbrochen wurde es von einem etwa dreiminütigen Auftritt von rund 30 Rechtsradikalen, die plötzlich ihre Parolen brüllten. Besucher und Polizei drängten die Gruppe vom Platz.

OB Ullrich Sierau sprach von einer „großen Demonstration für ein weltoffenes Dortmund“. In dieser Größe und Intensität habe es sie seit acht Jahren in der Stadt nicht mehr gegeben. Der erarbeitete Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, so kündigte Sierau an, sei fertig und werde im vierten Quartal in den Rat gebracht.

"Mulmiges Gefühl"

Adem Sönmez, Vorsitzender des Integrationsrates, sprach von einem „mulmigen Gefühl“, als er am Morgen seine Wohnung verlassen habe. Doch wenig später sei er froh gewesen über die breite Resonanz und für den enormen Einsatz vieler für Toleranz, Demokratie und friedlichem Zusammenleben.

Sönmez’ Forderung: „Diese Aufmärsche ganz zu verbieten, damit Nazis ihre Ideologie nicht verbreiten können“. Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, äußerte sich froh darüber, dass „10 000 bis 15 000 Menschen unterwegs waren, die den Nazis gezeigt haben wir wollen euch nicht“.