Museum fehlen 100.000 Euro Sponsorengeld wegen DFB-Veto

Gaby Kolle
Dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund fehlen Sponsorengelder.
Dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund fehlen Sponsorengelder.
Die Sponsorengelder für das Fußballmuseum sind zu gering. Die Stadt Dortmund sieht den DFB in der Pflicht und will die Kosten neu verteilen.

Dortmund. Die Sponsorensuche der Stadt für das Deutsche Fußballmuseum hat 100.000 Euro weniger eingebracht als geplant. Nur 250.000 Euro statt 350.000 Euro pro Jahr kamen über regionale Sponsoren zusammen. Mehrere potenzielle Geldgeber passten dem DFB nicht. Nun will die Stadt neu mit dem Fußballverband verhandeln.

Vollmundig hatte die Stadt vor sechs Jahren angekündigt, regionale Sponsoren gewinnen zu können, die jährlich insgesamt 350.000 Euro zum Fußballmuseum beisteuern wollen. Zusammengekommen ist jetzt eine Summe von 250.000 Euro, getragen von den Stadtwerke-Töchtern DEW21 und Gelsenwasser sowie dem Pumpenhersteller Wilo, gesichert auf drei Jahre. "Alle anderen Sponsoren waren aus Sicht des DFB nicht so erwünscht." Das teilte am Donnerstag Stadtkämmerer Jörg Stüdemann dem Finanzausschuss mit.

DFB soll sein Engagement erhöhen

Gleichzeitig stellte er in Aussicht: "Das Engagement des DFB wird sich erhöhen und der kommunale Einsatz sich verringern. In welcher Dimension auch immer." Man werde nicht nur über das Sponsoring, sondern auch über die Verteilung des Betriebskostenrisikos noch einmal mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) als Mitgesellschafter des Fußballmuseums verhandeln. Das hatte schon Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Vorfeld der Museumseröffnung angedeutet.

Zur Erinnerung: Vor sechs Jahren hatten Stadt und DFB im Konsortialvertrag zur eigens gegründeten Museumsstiftung vereinbart, dass Verluste bei den jährlichen Betriebskosten nur bis zu einer Höhe von 500.000 Euro geteilt werden. Alles, was darüber liegt, bleibt bislang bei der Stadt hängen.

Bei Sponsorensuche mit DFB ins Gehege gekommen

Was das Umdenken ausgelöst habe, wollte Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen, wissen. Die Stadt sei sich mit dem DFB bei der Sichtung nach Sponsoren immer wieder "ins Gehege" gekommen, erklärte Stüdemann. Wenn der Oberbürgermeister und er nach Gesprächen mit Unternehmensvorständen "eine Kollektion" zusammengehabt hätten, habe der DFB abgewunken ("Lieber nicht"), weil das zu Kollisionen mit dem DFB-Sponsorenportfolio geführt hätte.

Die Bereitschaft des DFB sei aber "deutlich da", sich stärker an den laufenden Kosten zu beteiligen, sagte Stüdemann. Der DFB sei kein armer Verband, sondern einer der reichsten der Welt. "Es gibt dort keine finanziellen Engpässe."