Mobiler Drogenkonsumraum zu teuer

Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund.. Ein mobiler Drogenkonsumraum nach Berliner Vorbild – die Stadtverwaltung rät davon ab. Zu kostspielig sei dieses Angebot, das den bestehenden Konsumraum, das Café Kick am Eisenmarkt 5, ergänzen soll.

Beschränkte Öffnungszeiten

Im November hatte der Rat beschlossen, 300 000 Euro entweder für die Finanzierung dieses Raumes oder für die Erweiterung der Öffnungszeiten des Café Kick bereitzustellen. Immer wieder hatte es die Kritik gegeben, dass die beschränkten Öffnungszeiten des Café Kick – täglich bis 15 Uhr – nicht ausreichen. Immerhin 31 300 Konsumvorgänge erfolgten dort im Jahr 2010, 236 000 benutzte Spritzen wurden entsorgt. Nach 15 Uhr findet dieser Konsum auch in der Öffentlichkeit statt.

Im Oktober waren Vertreter des Ausschusses für Bürgerdienste deshalb in Berlin, um sich das dortige Konzept eines mobilen Konsumraumes anzuschauen. Zwei Wohnwagen sind in Berlin überall dort im Einsatz, wo sich eine Szene bildet. In einem können Drogen unter ärztlicher Aufsicht konsumiert werden, in einem anderen können Beratungsgespräche durchgeführt und Hilfen angeboten werden.

Gesamtkosten in Höhe von 740 000 Euro

Die Verwaltung hat nun ausgerechnet, dass bei einem zweijährigen Probebetrieb Gesamtkosten in Höhe von 740 000 Euro entstünden. Zudem hatte die Verwaltung drei Standorte in Sichtweite des Nordstadtbüros der Stadt und der Polizeiwache Nord geprüft, die allesamt problematisch seien, weil sie in der Nachbarschaft zu einer Wohnbebauung beziehungsweise zu einer Grünanlage mit einem Kinderspielplatz liegen.

Die Stadtverwaltung plädiert deshalb dafür, die Öffnungszeiten des bestehenden Konsumraumes an Wochentagen um zwei auf sieben Stunden, an Samstagen um eine auf vier Stunden auszuweiten und auch am Sonntag vier Stunden zu öffnen. Dieser Vorschlag wird am Dienstag, 8. Mai, im Sozialausschuss zur Diskussion stehen.

 
 

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