Mitreißen und unterhalten

Manfred Adams mit seinen Ladies First Foto: Franz Luthe
Manfred Adams mit seinen Ladies First Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe
„Wir wollen die Herzen berühren“, sagt Chorleiter Manfred Adams – und verlangt deshalb vollen Einsatz und große Emotionen. Die liefern ihm seine „Ladies First“ beim Barber-shoppen gern. Und das seit 20 Jahren.

Dortmund. „Wir wollen die Herzen berühren“, sagt Chorleiter Manfred Adams – und verlangt deshalb vollen Einsatz und große Emotionen. Die liefern ihm seine „Ladies First“ beim Barber-shoppen gern. Und das seit 20 Jahren.

Manfred Adams und der Barbershop – das ist eine Geschichte, die aus einem Zufall und vielen genutzten Gelegenheiten besteht. Der Zufall wollte es, dass Manfred Adams während seiner Studienzeit mit einem Chor in die USA fuhr und diese besondere Art des Gesangs kennenlernte: Unter Friseuren im 18. Jahrhundert entstanden, wird Barbershop vierstimmig und mit verstärkten Obertönen gesungen – so dass ein kleiner Chor plötzlich wie ein großer klingen kann.

Pioniere inDeutschland

„Das Besondere ist aber einfach das Lockere“, sagt Adams – denn Barbershop ist immer auch beste Unterhaltung, mit Choreographie und Show.

All das hatte Adams im Kopf, als es darum ging, einen Geburtstag musikalisch zu untermalen. „In einer Kneipe kann man ja keine Bach-Motetten singen. Also dachten wir: Machen wir doch mal Barbershop.“ Das Feuer war entzündet, der erste Chor wurde gegründet, Manfred Adams sprang als Chorleiter ein. „Und dabei bin ich auch geblieben.“ Erst recht, als die Ambitionen wuchsen und er mit 16 ehrgeizigen Sängerinnen die Formation „Just 16“ schuf, die dann zu „Ladies First“ wurde.

1991 waren sie zwar nicht die Ersten, gehörten aber mit zu den Pionieren des Barbershop in Deutschland. „Für viele war es ja schon eine Revolution, die Notenblätter aus der Hand zu legen“, beschreibt Adams die damalige Steifheit. Heute habe sich die Gesangskultur drastisch geändert: Die Performance und die Gefühle spielen eine viel größere Rolle, es gibt Show- und Jazzchöre – „dazu haben auch Ladies First“ beigetragen.

Erfolgsgeschichte

Bislang hat sich der Chor eine beachtliche Erfolgsgeschichte ersungen, siegte regelmäßig beim Deutschen Barbershop-Musikfestival und wurde jüngst zum Meisterchor im ChorVerband NRW. Sogar in Amerika, wo Barbershop regelrecht eine Bewegung ist, wurden die Ladies gefeiert. „Wir haben schon Ehrgeiz“, sagt Adams. Das nächste Ziel: Es in dem weltweit vergleichbaren Punktsystem der Barbershopper zu einem Chor des A-Levels zu schaffen – von denen es selbst in den USA maximal 20 gibt.

Aktuell aber bereitet Adams das nächste Barbershop-Musikfestival im März im Konzerthaus vor. „Am tollsten ist es, wenn das Publikum ganz ergriffen ist.“

 
 

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