Minister spricht beim Flughafen ein Wort mit

Dortmund.. Der Antrag auf eine Ausweitung der Flugzeiten könnte in einem Kräftemessen zwischen Land und Stadt enden. Offenbar hat das Verkehrsministerium mit der Bezirksregierung vereinbart, einen Antrag aus Dortmund auch in Düsseldorf vorzulegen.

Ein Antrag aus Dortmund, die allgemeinen Flugzeiten am Airport bis 22.30 Uhr zu erweitern und für bestimmte Airlines bis 23 Uhr, könnte zu einem Kräftemessen zwischen Land und Stadt führen. Mit der Münsteraner Bezirksregierung als zuständiger Luftaufsicht sei vereinbart, dass ein Antrag aus Dortmund auch dem Düsseldorfer Verkehrsministerium vorgelegt werde, sagte Staatssekretär Horst Becker im WR-Gespräch. „Wir gucken da auch drauf.“

Zwar könne das Ministerium die Bezirksregierung nicht anweisen, so oder so zu entscheiden, sagt Becker. „Aber wir können die Sache an uns ziehen.“ Das sei bereits juristisch geprüft. Im Übrigen sei er keineswegs sicher, dass der Regierungspräsident (Peter Paziorek, CDU; Anm.d.Redaktion) „nach Abwägung aller Argumente den Antrag aus Dortmund genehmigen wird“.

Die Grünen bleiben kritisch

Daniela Schneckenburger geht sogar einen Schritt weiter. „Ein Beschluss für längere Flugzeiten würde von der Bezirksregierung nicht abgesegnet“, prophezeit die Dortmunder Landtagsabgeordnete und Grünen-Fraktionsvize. Sollte es dennoch dazu kommen, werde der Airport versuchen, zusätzliche Fluggesellschaften zu gewinnen, schätzt Mario Krüger, Dortmunder Fraktionschef der Grünen. „Der Flugverkehr würde steigen, die Belastungen für die Anwohner zunehmen.“ Dann würden sogar Starts und Landungen bis 23 Uhr zur Regel.

IHK-Chef durchbrach den Chor der Kritiker

Fragen stellen sich die Grünen in einem weiteren Punkt: Bislang habe der Flughafen monatlich bis zu 20 Spätlandungen genehmigen dürfen. „Von dieser zahlenmäßigen Beschränkung ist offenbar keine Rede mehr“, kritisiert Fraktions-Frontfrau Ingrid Reuter. Das von SPD-Fraktionschef Prüsse geforderte Bürgervotum sei nur ein taktisches Mittel gewesen, um mit der CDU eine Einigung zu finden.

Einzig IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz durchbrach am Donnerstag den Chor der Kritiker und nannte die Einigung „einen ersten Schritt in die richtige Richtung“. Wichtig sei, dass sich im Rat eine breite Mehrheit für die Entwicklung des Flughafens finde. „Das“, so Schulz, „wäre ein Signal an die Landesregierung.“

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