Minderjährige Flüchtlinge warten lange auf Vormund

Täglich kommen rund 20 minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung nach Dortmund. Sie brauchen Vormünder, die ihnen helfen, ihr Leben zu organisieren. An Kandidaten mangelt es nicht. Doch die Verfahren dauern lang. Jetzt wollen zwei Organisationen helfen.

Dortmund. Aufgrund ihres Alters sind minderjährige Flüchtlinge nach dem Gesetz schutzbedürftig, können nicht für sich selbst sprechen. Die Ortsgruppen Mitte und Hörde des Sozialdiensts Katholischer Frauen (SkF) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wollen jungen Flüchtlingen helfen: als Träger für die sogenannte Vereinsvormundschaft. Vorteil: SkF und AWO haben genügend ausgebildete Mitarbeiter, die als Vormund eingesetzt werden können, sie schaffen mehr Verlässlichkeit und können den aktuell noch langen Prozess einer Vormundschaft beschleunigen.

Da sich die Zahl der minderjährigen Flüchtlinge gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat - und gerade in Hacheney, wo die Erstaufnahmeeinrichtung ist, ist die Zahl besonders hoch -, werden dringend Vormünder gebraucht, und zwar nicht erst in vielen Monaten. Es gibt jedoch ein Problem.

Ausschuss, LWL, Familiengericht

Denn bevor die Vereine tätig werden können, braucht es einen politischen Beschluss des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie. Der tagt aber zum ersten Mal am 18. August. Außerdem muss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zustimmen, und abschließend das Familiengericht.

Bis dahin muss gewartet werden. Wieder. "Es gibt eine neue Notwendigkeit. Aber es geht um Kinder, deshalb ist uns daran gelegen, dass alles seinen korrekten Gang geht", sagt Susanne Smolen, Geschäftsführerin des SkF Hörde.

Ein Vormund übernimmt einen Teil der Aufgaben der Eltern, kümmert sich um eine geeignete Unterkunft, um die Schule, um rechtliche Fragen und um die medizinische Versorgung.


Parallel zu dem laufenden Verfahren um die Vereinsvormundschaft sucht das Jugendamt nach Ehrenamtlichen, die bereit sind, geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Auch das Diakonische Werk bietet Schulungen für ehrenamtliche Vormundschaften an.

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